Der Moment des Genießens für Isabell Werth und Wendy © S. Lafrentz

Der Moment des Genießens für Isabell Werth und Wendy

Aufwachen! Schon den Morgenkaffee oder Tee zum Sonntagsfrühstück genossen? Oder schon gesucht, ob der nächste Livestream wartet? Der lässt noch ein bisschen bis 9:30 Uhr bei ClipMyHorse auf sich warten! Aber das ist auch gut so!

Die Nacht war gefühlt wahnsinnig kurz! Die Eindrücke sind noch wahnsinnig präsent. Es ging am gestrigen Super-Samstag von Aachen Schlag auf Schlag! Und das bei ausverkauftem Haus im Hauptstadion, bei den Voltigierern und auf der Geländestrecke!

  • Gold, Silber und Bronze im Damen-Einzel-Voltigieren für Alice Layher, Kathrin Meyer und Annemie Szemes
  • Bronze im Herren-Einzelvoltigieren für Bela Lehnen
  • Gold in der Konkurrenz der Gruppen für das Team NORKA der VV Köln-Dünnwald
  • Bronze in der Dressur-Kür für Isabell Werth
Isabell Werth und Wendy de Fontaine

Isabell Werth und Wendy de Fontaine (© S. Lafrentz)

Love is all you need

Stromausfall, Regen und Sonnenschein – war alles gestern in Aachen zu haben. Und viele besondere Momente. Denn war nicht ganz viel „Love Love Love“ gestern zu sehen – und nicht nur bei Freddy Wandres Kür?

  • Kathrin Meyer ihren letzten großen Auftritt im Einzelvoltigieren zelebriert und gleichzeitig die erste WM-Medaille im Einzel gewonnen.
  • Alice Layher verlor im vergangenen Jahr ihr Top-Pferd Lambic und musste diesen Verlust lange überwinden. Jetzt hat sie Gold mit der 19 Jahre alten Candy.
  • Bela Lehnen und Annemie Szemes konnten beide ihr Glück über Einzel-Bronze kam fassen.
  • Das Team NORKA hielt dem enormen Druck als Super-Top-Favoriten stand und zeigte eine Kür, die den Atem raubte.
  • Michael Jung zeigte eine Traumrunde mit dem superfitten 18 Jahre alten Chipmunk. Christoph Wahler als unbeschwerter Einzelreiter ebenso.
  • Raphael Netz ließ sich bei seiner dritten Personal Best mit Camelot feiern wie ein Weltmeister.
  • Frederic Wandres genoss seinen Moment unter Flutlicht mit Bluetooth.
  • Isabell Werth jubelte über Bronze wie andere über Gold. Es war ja auch die elfte WM-Medaille!
Wie aus dem Lehrbuch: Julia Krajewski und Nickel

Wie aus dem Lehrbuch: Julia Krajewski und Nickel (© S. Lafrentz)

Und noch ein Blick auf Julia Krajewski: Viele haben hier nur die Zeitfehler gesehen und wie die Uhr hochtickte. Aber viel sehenswerter war, wie sie ihren Nickel, der einfach nicht das allerschnellste Pferd der Konkurrenz ist, zu jedem Hindernis brachte. Keine Berührung von Fähnchen. Einfach nur hervorragendes Reiten ganz nach den Prinzipien der Skala der Ausbildung. #doitride im Gelände: Hier gab es das in Perfektion!

Darauf werden wir in den nächsten Tagen ebenso eingehen, wie auf Raphi Netz WM-Erlebnis und darauf, was alles hinter der Kür von Weltmeisterin Alice Layher steckt! Seid gespannt auf ganz viele Hintergründe!

Und bis dahin, einfach nochmal bei Kathrin Meyer und ihrem Kappi reinschauen. Denn ihre Tränen haben gestern vielleicht am allermeisten bewegt.

Von spektakulär bis harmonisch

Noch ein Wort zur Dressur-Kür unter Flutlicht. Hier gehen die Meinungen weit auseinander, wer nun Gold am meisten verdient gehabt hätte. Die leise Harmonie von Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle oder das laute Spektakel von Charlotte Fry und Glamourdale Airlines. Für die Richter war es knapp das Letztere. Vier Goldmedaillen und eine Titelverteidigung nach vier Jahren: Man muss konstatieren, dass Charlotte Fry alles richtig gemacht hat. Glamourdale wirkt zudem lockerer als vor vier Jahren. Aber er ist immer noch der Hengst, der übersprüht vor Energie. Auch mit 15 Jahren. Charlotte Fry ist es gelungen, die – anders als bei anderen Auftritten in der Vergangenheit – bestmöglich und goldwürdig herauszustellen.

Der Anhang von Isabell Werth und Wendy.

Der Anhang von Isabell Werth und Wendy. (© S. Lafrentz)

Und Isabell Werth mit ihrer Stute Wendy? Auch bei diesen beiden gehen die Meinungen immer wieder auseinander. Der Jubel im Stadion gestern war frenetisch. Wer es nicht erlebt hat, dem kann man es nicht beschreiben. Fakt ist, dass Isabell Werth seit 1989 an der Weltspitze Spitzenklasse abliefert. Sie war mit mehr Pferden als jeder andere vorn dabei. Und es ist ihr gestern einmal mehr gelungen, ihr Pferd auf den Punkt fit für eine Medaille zu präentieren. Trotz des Fehlers zu Beginn der Zweierwechsel, der bei ihr deutlicher zu tragen kommt als bei den anderen auf den Podium. Sie hat mit Wendy gekämpft – und Bronze strahlt hier ähnlich wie bei Katha Hemmer ein bisschen mehr. Denn als letzte Starterin noch einmal so durchzustarten, das muss erst einmal klappen. Werth betonte, dass sie bei über 90 Prozent da vorne und über 88 Prozent auf Bronze gar keine andere Wahl hatte. Es hat funktioniert – und sie konnte einhändig auf der Schlusslinie genießen.

20 Jahre später wieder Gold und Bronze

Übrigens hat sie vor 20 Jahren in Aachen ebenfalls Kür-Bronze gewonnnen. Im Aachener Hauptstadion. Damals hinter Anky van Grunsven und Salinero sowie Andreas Helgstrand und der unvergessenen Matine. Gold mit der Mannschaft gab es ebenfalls. Einzig im Grand Prix Special hat sich die Aachener WM-Geschichte von Isabell Werth nicht wiederholt.

Besonders gut hat uns jedoch Raphi Netz gefallen: Er ist der Shooting Star der WM. Drei Mal persönliche Bestleistung! Den ganz großen Traum erfüllt und immer pro Pferd unterwegs. Das ist doch wunderschön!

Charlotte Fry, Cathrine Laudrup-Dufour und Isabell Werth

Charlotte Fry, Cathrine Laudrup-Dufour und Isabell Werth (© S. Lafrentz)

Tag der Entscheidung bei den Vielseitigkeitsreitern und im Voltigieren

Doch damit rasch in den neuen Tag starten! Der wird nämlich spannungsgeladen und spektakulär!

Los geht es um 9:30 Uhr mit dem Pas-de-Deux der Voltigierer. Da stehen die Chancen für Deutschland nicht ganz so gut wie bei den anderen Voltigier-Konkurrenzen. Vor zwei Tagen in Runde eins gab es Platz sechs für Jannik Heiland und Kimberly Hyks mit ihrem Crashkurs an der Longe von Andrea Harwardt. Für Cjell Aaron Richert und Philine Lindhorst endete die Prüfung nach einem Abgang von 1-Euro-Pferd Chagall leider weit hinten auf Platz zehn. Unsere Herzen und Anfeuerungsrufe haben sie trotzdem. Einfach genießen! Und wer weiß, was dann noch geht!

Alice Layher und Kathrin Meyer bei der Siegerehrung gestern.

Alice Layher und Kathrin Meyer bei der Siegerehrung gestern. (© ww.sportfotos-lafrentz.de/Tanja Becker)

High Noon um 12 Uhr beginnt der Nationenpreis. Hier hat Deutschland Kathrin Meyer, Alice Layher und dem Team NORKA mit zwei Weltmeistern und einer Silbergewinnerin natürlich die allerbesten Chancen. Unser Tipp für den Nationenpreis.

Gold Deutschland

Silber Frankreich

Bronze Österreich

Um 9:30 Uhr steht der zweite Vet-Check für die Vielseitigkeitspferde an. Wir hoffen, dass alle gut durchkommen. Denn ab 13 Uhr gilt es für das deutsche Team, für Libussa Lübbeke und Caramia, Malin Hansen-Hotopp und Carlitos Quidditch, Julia Krajewski und Nickel sowie Michael Jung und Chipmunk beim Kampf um die Medaillen. Jung hat im Einzel der beste Ausgangslage. Gibt es bei seinem letzten ganz großen Auftritt im Alter von 18 Jahren nochmal eine Medaille für dieses Ausnahmepferd? Die Nummer drei der momentanen Platzierung, London von Laura Collett, ist auch nur ein Jahr jünger als Chip. Siegt die Erfahrung? Super Chancen hat auch noch unser Einzelreiter Christoph Wahler mit seinem D‘ Accord als Fünfter. In Avenches hatten sich die beiden im Juli zum Sieg vorgearbeitet. Heute wird das natürlich etwas schwieriger.

Michael Jung und Chipmunk

So leicht kann es aussehen: Michael Jung und Chipmunk (© www.sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput)

Überraschung am Morgen

Wollen wir hoffen, dass es vom großen Finale der Springreiter ausreichend Fotos gibt. Das ist gerade der Aufreger unter den Fotografen. Zu Recht! Denn sie wachten zu einer nicht gerade erfreulichen Neuigkeit auf:

„Sie müssen Ihre Akkreditierung heute Vormittag ändern lassen. Nur die Akkreditierungen der FEI und des Organisationskomitees sind gültig. Alle anderen Fotografen-Akkreditierungen wurden aufgehoben, da die FEI die Zugangsgenehmigungen für das Infield aufheben lassen will.“

Wie sich das weiterentwickelt – wir halten euch auf dem Laufenden! Erstmal heißt es:

„Zur weiteren Klarstellung: Dies betrifft nur einige Fotografen und wird automatisch an den Eingangstoren mit unseren Scannern abgewickelt. Falls Sie Ihren Ausweis umtauschen müssen, leuchtet kein grünes Licht auf, und Sie können den Bereich erst betreten, nachdem Sie einen neuen Ausweis abgeholt haben.“

Alles halb so wild? Mal sehen! Jetzt gibt es erstmal schon den zweiten Feueralarm im Pressezentrum. Juhuuu!

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