Der Horses for Heroes Award ging an Britta Wassermann.
Es sind Geschichten, die über den Sport hinausreichen, welche der Horses for Heroes Award würdigt. Hier geht es um Menschen, die für Inklusion und Teilhabe stehen und zeigen, welche Bedeutung Pferde im Leben haben können. Beim Turnier der Sieger in Münster ging die Auszeichnung in diesem Jahr an Britta Wassermann – eine Reiterin, deren Lebensweg von Schicksalsschlägen, sportlichen Erfolgen und einer besonderen Verbindung zu Pferden geprägt ist.
Vergeben wird der Preis vom gemeinnützigen Verein Horses for Heroes e. V. Dieser möchte Menschen mit Behinderungen und schweren Erkrankungen den Zugang zu therapeutischem Reiten und pferdegestützter Begleitung ermöglichen. Die Initiative hat einen persönlichen Beweggrund. Anuschka Bayer gründete Horses for Heroes aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen mit dem schwerbehinderten Sohn Clemens. Pferde wurden für ihn und seine Familie zu wichtigen Begleitern. Daraus entstand der Wunsch, auch anderen Menschen mit Beeinträchtigungen den Zugang zu Pferden zu eröffnen. Heute arbeitet der Verein mit einem bundesweiten Netzwerk aus qualifizierten Therapeuten, Einrichtungen, Coaches und Familien zusammen und kooperiert unter anderem mit dem Deutschen Kuratorium für Therapeutisches Reiten.
Sportliche Erfolge trotz schwerer Krankheiten
Britta Wassermanns Lebensweg steht exemplarisch für die Botschaft des Awards. Bereits als Kind erkrankte sie an aggressivem Knochenkrebs, in dessen Folge ihr ein Arm amputiert werden musste. Später kam eine schwere Lungenerkrankung hinzu. Ihre Verbindung zu den Pferden aber blieb bestehen – und wurde zu einem wichtigen Teil ihres Lebens. 1994 startete Wassermann mit nur 18 Jahren erfolgreich bei den Para-Weltmeisterschaften in Gloucester. Auch im Regelsport bildet sie Pferde selbst bis zur Klasse M aus. Zu den Pferden, die Wassermanns Weg besonders prägten, gehörte Don Geronimo. Mit ihm feierte sie große Erfolge, bevor sie ihn viel zu früh verlor. Auch dieser Verlust ist Teil einer Biografie, in der Pferde weit mehr waren als Sportpartner.
„Ihr Handicap war nie das Maß dafür, was Sie erreichen können“, hieß es in der Laudatio. „Manchmal braucht es eine zweite Chance – und manchmal braucht es ein Pferd, das einem wieder Mut zum Leben gibt.“