Die Global Champions Tour in Mexico City besticht mit spektakulärer Location und hohem Preisgeld. © LGCT

Die Global Champions Tour in Mexico City besticht mit spektakulärer Location und hohem Preisgeld.

Bereits Anfang September fragte HOOFORIA „Was ist mit dem Sponsor los?“ und bezog sich auf die Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverkehr von Al Shira’aa sowie die Tatsache, dass deren ‚Gesicht‘ Sheikha Fatima bint Hazza bin Zayed Al Nahyan für niemanden erreichbar ist. Daran hat sich Stand 18. September nichts geändert.

Wo sich aber jede Menge ändert, ist im Rest des großen Springsport-Zirkus. Vor allem im Bereich der Springsport-Serien. Vor wenigen Tagen war wieder einmal die neue ‚Premier Jumping League‘ (PJL) des US-Amerikaners Frank McCourt (nicht zu verwechseln mit dem bereits verstorbenen Autor gleichen Namens) in aller Munde.

Der 73‑jährige Milliardär McCourt häufte sein Vermögen im Immobilien- und Baugewerbe an. Er besitzt den Fußballclub Olympique Marseille und verkaufte 2012 das Baseball-Team Los Angeles Dodgers für rund 2,2 Milliarden Dollar. Das Magazin „Forbes“ benennt sein Vermögen auf 1,5 Milliarden Dollar.

300 Millionen Dollar Preisgeld-Rekord

Eine Menge Kapital also, das McCourt für die Schaffung einer neuen Liga einsetzt und daneben bereits Kooperationspartner durch Team-Lizenzen an Bord geholt hat. 300 Millionen Dollar Preisgeld will McCourt in seine neugeschaffene Liga stecken. Das ist deutlich mehr, als die Global Champions Tour ausschüttet. Deren Teilhaber war McCourt über viele Jahre bevor er nach juristischen Streitigkeiten zurückzog. Daher bezeichnen einige die neue Liga als „Rachefeldzug“.

Rund 180 Reiter haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur registrieren lassen. Dazu zählen knapp 80 Prozent der Top 50 der Weltrangliste.

So wirbt die neue Premier Jumping League.

So wirbt die neue Premier Jumping League. (© Premier Jumping League)

„Mehr Geld, das ist ja nichts Negatives“, wird derweil der Weltranglisten-Erste Richard Vogel zitiert. Und er hat recht. Die Profireiter müssen große Turnierställe führen. Kosten für Personal, Haltung und vor allem die Logistik rund um globale Reisen mit Pferden sind hoch. Es ist demnach niemandem zu verdenken, der auf den großen Ligen-Zug aufspringt.

Eine Etappe der Premier Jumping League soll übrigens im kommenden September in Hamburg stattfinden – als Ergänzung zum Derby am Himmelfahrtswochenende.

Intensivierte Kooperation mit Oxer Sport

Neuigkeiten gab es kurz danach auch von der Konkurrenz. Die Global Champions Tour feiert in diesem Jahr ihren zwanzigsten Geburtstag. Bei ihren Anfängen 2006 wurde sie vielfach belächelt. Heute wissen wir, wie weit sie es – trotz ernstzunehmender Konkurrenz – gebracht hat.

Nun gab sie bekannt, dass sie ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Veranstalter und Promoter Oxer Sport aus dem spanischen San Sebastian erweitert. Dies soll die Kooperation in den Bereichen Organisation, Betrieb, Promotion, Medien und kommerzielle Aktivitäten intensivieren. Bei den Stationen der Global Champions Tour in Mexico City und Madrid war Oxer Sport schon bislang involviert.

Die Karte der globalen Engagements von Oxer Sport.

Die Karte der globalen Engagements von Oxer Sport. (© Oxer Sport)

Tour-Gründer und -Präsident Jan Tops erklärt: „Wir freuen uns sehr, die Partnerschaft mit dem beeindruckenden Team von Oxer Sport auszubauen. Wir haben die einzigartigsten und ikonischsten Austragungsorte in unserem Sport. Diese Intensivierung der Zusammenarbeit wird ein spannender Bestandteil der kommenden Entwicklungen sein, während wir unseren Weg des Wachstums, der Innovation und der globalen Wirkung fortsetzen.“

Álvaro Arrieta Konyay, Präsident von Oxer Sport, betont derweil die Bedeutung der seit zwei Jahrzehnten bestehenden Verbindung zur Global Champions Tour. „Wir waren unseren Partnern bei der besten Tour, die es je gab, immer loyal verbunden. Sie hat unseren Sport in den vergangenen 20 Jahren definitiv verändert. Oxer Sport ist stolz darauf, Teil dieser Entwicklung gewesen zu sein, die auch durch den mutigen und enthusiastischen Einsatz von Jan Tops vorangetrieben wurde. Wir blicken mit großer Vorfreude darauf, gemeinsam eine noch stärkere Zukunft für den Springsport aufzubauen.“

Wo bleiben Deutschlands Turniere?

Es scheint also so, als würde die Global Champions Tour konkret noch einmal anziehen. In Zeiten der direkten milliardenschweren Konkurrenz sicherlich ein wichtiger Schritt für den Veranstalter.

Richard Vogel weiß, wo es langgeht.

Richard Vogel weiß, wo es langgeht. (© Ashley Neuhof/Rolex)

Die Globalisierung des Springsports schreitet damit womöglich in noch größeren Schritten voran. Aktuell gibt es in Deutschland lediglich die Station Riesenbeck in der Global Champions Tour sowie Hamburg als mögliche Etappe der Premier Jumping League. Aachen ist darüber hinaus als Teil des Rolex Grand Slam stark aufgestellt. Bleibt zu hoffen, dass deutsche Traditionsturniere nicht noch stärker auf der Strecke bleiben. Und dass bei alledem das Wohlergehen der Pferde niemals vergessen wird.

Einst war Berlin Teil der Global Champions Tour. Wie geht es weiter mit Deutschlands Turnierlandschaft?

Einst war Berlin Teil der Global Champions Tour. Wie geht es weiter mit Deutschlands Turnierlandschaft? (© S. Lafrentz)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert