Olympische Ringe unter blauem Himmel. © lazyllama / Shutterstock

Die Olympischen Ringe wird es in Berlin wohl nicht geben.

Berlin zieht seine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele zurück – noch vor der für Samstag geplanten Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB). Das erfuhr der rbb am Mittwoch. Damit bleiben München und „KölnRheinRuhr“ als deutsche Bewerber im Rennen.

Am Mittwochmittag hatten Berlins Olympia-Beauftragter Kaweh Niroomand, der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) über die weitere Bewerbung beraten. Zunächst äußerte sich der Senat nicht zu den Berichten über einen Rückzug, kündigte jedoch für Donnerstag eine Pressekonferenz an.

Berlin hatte gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern eine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 angestrebt. Die Chancen der Hauptstadt auf den Zuschlag hatten sich zuletzt deutlich verschlechtert. In der Bewertung der DOSB-Evaluierungskommission landete Berlin auf dem letzten Platz.

Berlin als Bewerber abgehängt

München erhielt 87 von 100 möglichen Punkten und damit die Bewertung „sehr gut“. „KölnRheinRuhr“ kam auf 85 Punkte, ebenfalls „sehr gut“. Berlin erreichte 74,6 Punkte und erhielt die Bewertung „gut“. Ein wesentlicher Unterschied zu den beiden anderen Bewerbungen: In Berlin hatte es keine Abstimmung der Bevölkerung über die Olympia-Bewerbung gegeben. Nach Angaben Niroomands wurde dieser Punkt von der DOSB-Kommission bei der Bewertung stark berücksichtigt.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte einer Bewerbung zwar zugestimmt. Gleichzeitig war eine Volksinitiative gegen die Olympia-Pläne gestartet worden.

Die endgültige Entscheidung über den deutschen Bewerber soll am Samstag, 26. September, bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB in Baden-Baden fallen. Durch den angekündigten Rückzug Berlins verbleiben München und „KölnRheinRuhr“ im Auswahlverfahren.

Nach der Entscheidung über eine Shortlist will das Internationale Olympische Komitee (IOC) Ende 2028 gezielte Gespräche mit einem oder mehreren ausgewählten Bewerbern aufnehmen. Die Konzepte sollen anschließend weiterentwickelt und vollständige rechtliche und finanzielle Garantien vorgelegt werden. Die Entscheidung über die Vergabe der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036 soll Mitte 2029 fallen.

Bei einer erfolgreichen Bewerbung Berlins hätten die Reitsportwettbewerbe auf dem Gelände der Rennbahn Hoppegarten stattfinden sollen. Für diesen Austragungsort hatte man sich im Sommer noch einmal bewusst im Rahmen des Großen Preis von Berlin stark gemacht.

 

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