Siegerin Tiffany mit der wohlverdienten Abkühlung.
An diesem Rennwochenende hagelte es keine Absagen und die teilnehmenden Pferde am Großen Preis von Berlin wirkten frisch und fit. Bei der 136. Auflage, die heute auf der Brandenburger Traditionsrennbahn in Hoppegarten stattfand, waren die Temperaturen mit um die 30°C am Nachmittag hoch. Aber sie waren nicht unerträglich. Kein Vergleich zu den 40°C, welche vor wenigen Wochen zu mehreren Rennabsagen in ganz Deutschland geführt hatten. Tierärzte waren selbstverständlich zahlreich vor Ort, hatten jedoch keinen größeren Handlungsbedarf. Dasselbe galt für die Sanitäter und Ärzte auf dem Gelände.
Zudem taten die Veranstalter alles, um den Tieren so viel Schatten und Abkühlung wie möglich zu verschaffen. „Durch die viele alten Bäume auf dem Gelände sind zahlreiche Schattenplätze vorhanden. So liegt auch der Führring von Bäumen umgeben. Außerdem hatten wir überall Möglichkeiten zum Abspritzen und Abkühlen sowie unzählige Tränkeimer gefüllt, welche von den Pflegern sofort nach dem Rennen den Pferden angeboten wurden“, betonte man von Veranstalterseite. Tatsächlich war die Zeit, in der sich die Rennpferde auf dem offenen Geläuf der Rennbahn oder anderen Plätzen ohne Schatten befanden, auf ein Minimum begrenzt.
Hoppegarten-Rennbahnbesitzer Gerhard Schöningh erklärte, dass ein Trainer sein Pferd vom Hauptrennen abgemeldet habe. „Er meinte, dass die Stute bei diesem Wetter nie gut unterwegs sei. Aber generell haben wir es hier mit jungen, hochtrainierten Hochleistungssportlern zu tun. Ab 35°C wird von uns in Hoppegarten, trotz der vielen Schattenplätze, eine Absage abgewogen. Heute gab es dafür aber keinen Anlass. Die haben wir uns auch von mehreren Tierärzten bestätigen lassen.“
„Siegerin der Herzen“ gewinnt Großen Preis
In keinem der Rennen kam es zu Stürzen oder anderen Momenten, die niemand erleben möchte. Stattdessen wirkten die Pferde auch nach dem Rennen fit, nahmen aber natürlich jegliche Abkühlung gerne an.
Die sechsjährige Siegerstute Tiffany gehörte nicht zu den am höchsten gehandelten Pferden. Doch viele sahen in ihr schon vor Beginn des Rennens eine „Siegerin der Herzen“, so oft war sie nah dran gewesen. Und es schien heute ein Tag für Außenseiter zu sein, denn diese hatten in den Rennen zuvor bereits mehrere Erfolge gefeiert. Tiffany ist ein Pferd, das die Herzen des Publikums und ihres Jockeys Luke Morris schon lange erobert hat.
„Ich liebe sie über alles“, sagte dieser vor dem Rennen. „Und ich weiß, wie sehr sie für mich kämpft und dass sie alles kann!“ Nach dem Rennen gab er noch im Auslaufen zu Protokoll: „Sie ist ein echter Star, aber sie hatte so oft Pech. Heute hat sie ihr großes Herz gezeigt und ihr erstes Gruppe I-Rennen gewonnen. Sie hat es mir das ganze Rennen über angeboten. Und ich wusste, dass uns dies heute gemeinsam gelingen kann. Sie war unglaublich fit und strahlte von Anfang bis Ende!“ Tiffany gehört der irischen Besitzergemeinschaft Elite Racing und wird von Sir Mark Prescott in Großbritannien trainiert.
Für die beiden hochgehandelten Derbysieger Hochkönig und Dardanos endete das Rennen dagegen mit einer herben Enttäuschung. Sie erreichten nur die Plätze neun und zehn.
Olympiabewerbung als Ziel
Neben der Hitze, die gut bewältigt werden konnte, gab es ein weiteres großes Thema in Hoppegarten: Die Olympiabewerbung von Berlin für das Jahr 2036, 2040 oder 20244. Man bekräftigte einmal mehr, dass in Hoppegarten die olympischen Reiterwettbewerbe stattfinden könnten. Auch Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) war vor Ort. „Berlin braucht Hoppegarten“, bekräftigte er. „Wir sind eine Gemeinschaft und wollen die Spiele durchführen.“
Alle Infos zum Rennen gibt es hier.



