Das siegreiche deutsche Team 2024. © S. Lafrentz

Das siegreiche deutsche Team 2024.

An diesem Wochenende ist es wieder soweit: Das Finale der League of Nations in Barcelona steht an. In diesem Jahr sind einige starke Gewitter angekündigt, die dem Event hoffentlich keinen Strich durch die Rechnung machen. Denn eigentlich steht es für schönes Wetter und beste Stimmung zum Saisonabschluss der Springreiter. Barcelona bietet mit dem Real Club de Polo de Barcelona schon seit vielen Jahren die Bühne für das Nationenpreis-Finale beziehungsweise dessen Vorgängerformaten.

Die Ära der Samsung Super League

Die Vorgeschichte des heutigen Finales beginnt mit der Samsung Super League, die von 2003 bis 2008 die wichtigste Serie für internationale Nationalpreise der Springreiter war. Barcelona war dabei jeweils Austragungsort des Finales.

Die Serie umfasste acht Nationen und acht Stationen. 2003 und 2004 gewann Frankreich die ersten beiden Finals der Serie, 2005 die USA. 2006 begann dann die deutsche Erfolgsserie. 2007 gelang der deutschen Mannschaft die Titelverteidigung in Barcelona und 2008 machte Deutschland den Hattrick perfekt.

Mit dem Ende der Samsung Super League war Barcelona nur noch Austragungsort der FEI Nations Cup Promotional League, quasi der „zweiten Liga“. Die eigentliche Top League hieß nun Meydan FEI Nations Cup und wurde ohne Finale abgehalten. Gesamtsieger waren in dieser Phase Frankreich (2010) sowie Deutschland in den Jahren 2011 und 2012.

Einzug der Nationen

Tradition wird groß geschrieben in Barcelona, auch beim Einzug der Nationen. (© S. Lafrentz)

Barcelona Finalort des Furusiyya FEI Nations Cup

Die neu strukturierte Furusiyya FEI Nations Cup™ bekam ab 2013 wieder ein echtes Weltfinale. Hinter dem millionenschweren Sponsoring stand der Saudi Equestrian Fund.

Erneut wurde Barcelona zum Austragungsort. 18 Nationen gingen an den Start; die acht besten Teams der ersten Wertung qualifizierten sich für die entscheidende Finalprüfung. Frankreich gewann das Premierenfinale vor Irland und der Schweiz. In den Jahren 2014 und 2015 gingen die Siege an die Niederlande und Belgien.

Ab 2013 übernahm Furusiyya als Titelsponsor.

Ab 2013 übernahm Furusiyya als Titelsponsor. (© Logo Furusiyya)

2016 gewann Deutschland den Titel, nachdem Marcus Ehning sich mit Pret A Tout im Stechen gegen Großbritanniens Olympiasieger Nick Skelton und Big Star durchsetzen konnten.

Longines übernimmt als Titelsponsor

Mit dem Jahr 2016 endete die Ära von Furusiyya als Titelsponsor, Uhrenhersteller Longines übernahm.

2017 gab es wieder einen niederländischen Sieg, danach ging der Sieg erneut nach Belgien, das sich seinerzeit immer mehr zur Top-Nation mauserte. Dies zeigte die Titelverteidigung Belgiens im Jahr 2019. In jenem Jahr wurde in Barcelona auch der letzte Mannschafts-Qualifikationsplatz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vergeben. Diese wurden dann bekanntlich um ein Jahr aufgrund der Pandemie verschoben und auch die Nationenpreis-Serie sowie deren Finale wurden im Jahr 2020 nicht ausgetragen. Weiter ging es 2021 mit einem Sieg der Niederlande vor dem nächsten belgischen Sieg 2022.

Das Sieger-Team Deutschland 2023.

Das Sieger-Team Deutschland 2023. (© www.sportfotos-lafrentz.de/Dirk Caremans)

Deutschland stand 2023 nach einer Durststrecke wieder ganz oben. Neben Jana Wargers mit Dorette OLD, Christian Kukuk mit Checker und Hans-Dieter Dreher mit Elysium waren nun auch Richard Vogel und United Touch S erstmals dabei. Wieder wurde der letzte Startplatz für die Olympischen Spiele vergeben, welcher an Brasilien ging.

Damit endete zugleich die Ära der Longines FEI Jumping Nations Cup™ Finals. Die FEI hatte zuvor eine grundlegende Reform angekündigt: Aus der über Jahrzehnte gewachsenen Nations-Cup-Serie sollte ab 2024 die Longines League of Nations™ werden.

Neues Konzept durch die Longines League of Nations

Das Konzept reduzierte die Serie auf wenige hochkarätige Qualifikationen. Am Ende qualifizierten sich die acht besten Teams für das Finale in Barcelona. Auch das Finalformat wurde verändert: In der ersten Runde traten vier Reiter pro Mannschaft an, wobei das schlechteste Ergebnis gestrichen wird. In der zweiten Runde starteten nur noch drei Reiter ohne Streichergebnis.

Plakat 2024

Das Plakat von 2024 warb bunt und auffällig für eine neue Ära. (© Plakat CSIO Barcelona)

Nichts änderte sich jedoch am Sieger-Team: Otto Beckers Mannschaft gewann den ersten Longines-League-of-Nations-Titel. Richard Vogel und United Touch S setzten den entscheidenden Schlusspunkt. Ebenfalls im Team: Jana Wargers mit Dorette OLD, die sich zu einer Bank fürs Nationenpreis-Finale entwickelten, die frischgebackenen Olympiasieger Christian Kukuk und Checker sowie André Thieme und DSP Chakaria.

2025 gewann Großbritannien. Nun möchte Deutschland einmal mehr mit einem starken Team alles daran setzten, das Nationenpreis-Finale zu holen. Für die Entscheidung haben sich Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Brasilien, Irland, Belgien, die USA und Italien qualifiziert; Gastgeber Spanien erhält ebenfalls einen Startplatz. Das Finale ist mit stolzen 2,1 Millionen Euro Preisgeld dotiert. Das siegende Team erhält 490.000 Euro Preisgeld. Schön zu sehen: Die Grooms gehen nicht leer aus! Denn es wird wieder wie im vergangenen Jahr ein bester Reiter der gesamten Nationenpreis-Saison ausgezeichnet und der zugehörige Groom erhält ein Preisgeld von 15.000 Euro.

André Thieme dankt DSP Chakaria 2024.

André Thieme dankt DSP Chakaria 2024. (© S. Lafrentz)

Internationale Springturnier in Barcelona seit 1902

Fun Fact zum Schluss: Barcelona trägt bereits seit 1902 ein internationales Springturnier aus. Den ersten Nationenpreis weltweit gab es im Jahr 1909 im Rahmen der London International Horse Show. Aber das ist eine andere Geschichte …

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