Schwedische Trense am Pferd © Fotolia

Das Schwedische Reithalfter hat eine Umlenkrolle am Nasenriemen.

Das Grundprinzip der Schwedischen Trense unterscheidet sich nur wenig von dem eines kombinierten Reithalfters. Ein Riemen verläuft knapp unterhalb des Jochbeins, zusätzlich wird ein Sperrriemen verschnallt.

Die Besonderheit liegt in der sogenannten Umlenkverschnallung am Nasenriemen. Durch diese Konstruktion lässt sich das Reithalfter mit vergleichsweise wenig Kraftaufwand schließen. Zudem verfügen viele Schwedische Trensen über eine weiche Polsterung im Bereich des Nasen- und Unterkieferriemens.

Welche Vorteile bietet die Schwedische Trense?

„Durch die gepolsterte Verschnallung des Nasenriemens bietet das Schwedische Reithalfter mehr Komfort als das Englische Reithalfter mit einem einfachen Lederstück, das eventuell bei dem ein oder anderen Pferd Scheuerstellen hervorruft“, erklärt Springausbilder Karsten Huck.

Wird die Schwedische Trense korrekt verschnallt, erfüllt sie eine ähnliche Funktion wie das kombinierte Reithalfter. Sie sorgt für eine gewisse Begrenzung des Mauls, ohne die natürliche Kautätigkeit des Pferdes unnötig einzuschränken. Viele Reiter schätzen zudem die weiche Polsterung und die gleichmäßige Druckverteilung am Nasenriemen.

Wo liegen die Herausforderungen der Schwedischen Trense?

Für Ulrike Lautemann liegt die größte Besonderheit der Schwedischen Trense zugleich in ihrem größten Risiko. „Wer nicht einschätzen kann, wie eng ein Reithalfter verschnallt werden darf, läuft bei dem schwedischen auf jeden Fall Gefahr, sein Pferd zu stark einzuschnüren. Die Umlenkrolle trägt entscheidend dazu bei, den Riemen enger zu ziehen als es anatomisch sinnvoll wäre.“

Auch die Polsterung im Bereich des Unterkiefers sollte kritisch betrachtet werden. „Dort trifft Haut auf Knochen, und das kann bedeuten, dass beim Schließen des Reithalfters die Haut des Pferdes an dieser Stelle gequetscht wird“, so Lautemann. Entscheidend ist deshalb nicht die Trensenart selbst, sondern die korrekte Anpassung. Auch eine gut gepolsterte Trense kann unangenehm werden, wenn sie zu eng verschnallt wird.

Schwedischen Trense mit Umlenkverschnallung

Die größte Besonderheit der Schwedischen Trense liegt in ihrer Umlenkverschnallung. (© Dyon/Equine Industry)

Für welche Pferde eignet sich die Schwedische Trense?

Ob eine Schwedische Trense geeignet ist, hängt immer vom individuellen Pferd ab. Laut Lautemann spielt dabei auch die Kopfform eine Rolle. „Zwischen Jochbein und Nüstern muss genügend Platz sein, so dass beide Riemen korrekt verschnallt werden können.“ Besonders geeignet sei diese Form des Reithalfters daher für Pferde mit eher kleinem Kopf und vergleichsweise kurzer Maulspalte. Grundsätzlich gilt jedoch: Nicht jedes Pferd reagiert gleich auf eine bestimmte Trense.

„Generell muss man sagen, dass es keine Regel gibt, wie das ein oder andere Reithalfter bei einem Pferd wirkt“, betont Karsten Huck. „Der Reiter muss ausprobieren, womit sein Pferd am besten zurecht kommt.“ Deshalb empfiehlt Huck, neue Trensen nicht vorschnell zu bewerten:

Ein neues Reithalfter immer über einen längeren Zeitraum ausprobieren. Nur dann kann man einschätzen, ob sich das Pferd wohlfühlt.

Ist die Schwedische Trense eine gute Wahl?

Die Schwedische Trense ist eine weit verbreitete und bewährte Zäumung. Ihre größte Besonderheit ist die Umlenkverschnallung am Nasenriemen, die ein einfaches Schließen ermöglicht. Gleichzeitig erfordert sie ein besonders sorgfältiges Verschnallen, damit kein unnötiger Druck entsteht. Ob sie die richtige Wahl ist, hängt wie bei jeder Trense von der Anatomie und den individuellen Bedürfnissen des Pferdes ab.

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