Catharina und Fürstino, Offenstallhaltung © Sarina Bruhn

Catharina hat Fürstino von seinem ersten Tag bis heute begleitet. Und wenn sie ihn jetzt spätabends mit seinen Herdenfreunden sieht, hat sie das Gefühl, dass sich für ihn gerade alles genau so entwickelt, wie sie es sich immer gewünscht hat.

Wenn ich jetzt abends nach der Arbeit in den Stall komme und Fürstino dabei beobachte, wie er mit einem anderen Pferd Fellpflege macht, dann weiß ich, dass die Entscheidung für eine Offenstallhaltung richtig war. Fürstino ist etwas Besonderes für mich. Nicht nur, weil er mein Pferd ist, sondern weil ich ihn selbst gezogen habe. Ich kenne ihn seit seinem ersten Lebenstag. Während seiner Aufzucht war mein größter Wunsch, ihm ein möglichst gutes Pferdeleben zu ermöglichen.

Wie so viele Absetzer ist er in einer großen Herde auf riesigen Weiden aufgewachsen. Als er dann älter war und es Zeit wurde fürs Anreiten, verschob sich mein Fokus Stück für Stück. Für einen guten Start ins Reitpferdeleben sollte er eine behutsame Ausbildung bekommen. In den letzten Jahren ging es daher mehr um Training und um Fürstinos Entwicklung zu einem soliden Reitpferd.

Als die Offenstallhaltung endlich möglich wurde

Natürlich habe ich immer versucht, alles miteinander zu verbinden: guter Beritt und Unterricht, gute Haltung und gute Trainingsbedingungen. Wer ein junges Pferd ausbildet, macht sich viele Gedanken darüber, wie Training und Alltag aussehen sollen. Gleichzeitig habe ich gesehen, was für ein soziales Pferd Fürstino ist und wie gut er sich in unterschiedlichen Konstellationen in jede Herde einfügen konnte, und so langsam formte sich nun ein anderer Wunsch.

In unserem Stall gibt es einen kleinen Offenstall mit nur vier Pferden und einer festen Herde. Seit wir dort stehen, habe ich immer wieder gedacht, dass das eigentlich genau die Haltungsform wäre, die ich mir für Fürstino wünschen würde. Gleichzeitig schien die Wahrscheinlichkeit, dort jemals einen Platz zu bekommen, verschwindend gering. Trotzdem habe ich regelmäßig nachgefragt, und dann war es plötzlich so weit: Vor einigen Wochen wurde überraschend ein Platz frei.

Mehr Bewegung, gleiche Leistungsbereitschaft

Für mich war sofort klar, dass ich diese Möglichkeit nutzen möchte. Gerade bei sportlich gerittenen Pferden begegnet man immer wieder der Sorge, dass Offenstallhaltung und ambitioniertes Training nicht richtig zusammenpassen. Dabei habe ich mich gefragt, warum das eigentlich so sein soll? Fürstino lebt heute in einer kleinen, stabilen Herde. Er bewegt sich rund um die Uhr, hat Sozialkontakte und kann selbst entscheiden, wann er frisst, ruht oder sich bewegt. Gleichzeitig trainieren wir weiterhin genau so ambitioniert wie vorher.

Das Spannendste daran ist: Es hat sich fast nichts verändert. Fürstino ist derselbe geblieben. Er hat nicht an Leistungsbereitschaft verloren, ist nicht träger geworden und arbeitet nach wie vor motiviert mit. Kurz nach der Umstellung hat er mit seiner Reitbeteiligung die erste Turnierplatzierung in der Klasse L erreicht. Natürlich steht er erst seit einigen Wochen im Offenstall, und der erste Winter wird sicher noch eine Herausforderung werden – für Pferd und Reiter. Aber schon jetzt bestätigt sich das, was ich mir immer erhofft hatte:

Mehr Pferdeleben bedeutet nicht automatisch weniger Sportpferd!

Was Offenstallhaltung wirklich bedeutet

Für mich ist genau das der eigentliche #doitride-Moment: nicht die Entscheidung für eine bestimmte Haltungsform, sondern die Bereitschaft, immer wieder zu hinterfragen, was für das eigene Pferd wirklich das Beste ist. Jedes Pferd ist unterschiedlich, und doch haben alle dieselben Grundbedürfnisse.

Ich habe Fürstino von seinem ersten Tag bis heute begleitet. Und wenn ich ihn jetzt spätabends mit seinen Herdenfreunden sehe, dann habe ich das Gefühl, dass sich für ihn gerade alles genau so entwickelt, wie ich es mir immer gewünscht habe.

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