Pressearbeit von Medienvertretern bei der WM in Aachen © ALRV / Andreas Steindl

Verschiedene Medien berichten live und vor Ort über die FEI World Championships in Aachen 2026

Wie unterschiedlich Medien auf Veranstaltungen betreut werden, merkt man meistens erst dann, wenn es jemand besonders gut macht. Bei den FEI World Championships in Aachen begann diese Erfahrung für mich allerdings schon einige Monate vor der eigentlichen Veranstaltung – mit der Akkreditierung.

Die war frühzeitig notwendig und durchaus streng. Tatsächlich war es das erste Mal, dass ich kurz Sorge hatte, ob es mit meiner Akkreditierung überhaupt klappen würde. Am Ende war diese Sorge unbegründet, gleichzeitig machte der Prozess aber deutlich, welche Dimension diese Weltmeisterschaften haben und wie professionell die Medienarbeit im Vorfeld organisiert wurde.

Organisation der Pressearbeit bei der Reit-WM in Aachen

Schon lange vor der Anreise bekamen wir sämtliche Informationen, Lagepläne und Hinweise zugeschickt. Es gab die Möglichkeit, über den Veranstalter Hotelzimmer zu buchen, sofern man rechtzeitig dran war, und einen umfangreichen Media Guide, der ziemlich genau erklärte, wo wir uns bewegen, was wir filmen und fotografieren dürfen und an welchen Stellen die journalistische Neugier besser kurz Pause macht.

Besonders praktisch war die direkte Kommunikation während der Veranstaltung. Über WhatsApp-Gruppen wurden wir laufend mit den wichtigsten Informationen versorgt, Änderungen oder aktuelle Hinweise kamen schnell und unkompliziert bei uns an. Gerade an langen Veranstaltungstagen, an denen man zwischen Prüfungen, Interviews, Pressekonferenzen und eigenem Content unterwegs ist, war das enorm hilfreich.

Statt ständig selbst herausfinden zu müssen, ob sich irgendwo etwas geändert hatte, hatte man die relevanten Informationen direkt auf dem Handy.

Vom Parkplatz bis zum Pressezentrum

Auch bei der Anreise setzte sich dieser Eindruck fort. Für Medienvertreter stand ein kostenloser Parkplatz zur Verfügung, von dem ein ebenfalls kostenloser Shuttle direkt zum Gelände fuhr. Die Akkreditierung vor Ort war unkompliziert, es waren genügend Ansprechpartner da und Fragen konnten schnell geklärt werden. Dazu gab es den klassischen Presseausweis samt Band, der einen die nächsten Tage ohnehin überallhin begleiten sollte.

Im Pressezentrum angekommen, wurde es dann etwas kuscheliger. Es war groß, aber eben auch sehr gut besucht und zumindest zeitweise hatte ich den Eindruck, dass die Zahl der Journalisten die Zahl der verfügbaren Plätze durchaus herausforderte. Wirklich zum Problem wurde das allerdings nicht. Tische wurden geteilt, Stühle zusammengerückt und selbst dort, wo eine gemeinsame Sprache fehlte, funktionierte die internationale Presse-WG erstaunlich unkompliziert.

Und dann war da die Verpflegung.

Wer häufiger auf Veranstaltungen arbeitet, weiß, dass die Erwartungen an dieser Stelle nicht unbedingt besonders hoch sind. Wasser und Kaffee gehören meistens dazu, mit etwas Glück findet sich zwischendurch noch eine Banane, die von der hungrigen Meute an Journalisten zurückgelassen wurde. In Aachen war die Versorgung dagegen so konstant, dass man sich beinahe daran gewöhnen konnte.

Es gab mehrere Kaffeemaschinen, Tee, durchgehend gekühlte Getränke und immer wieder frisches Gebäck, Croissants und viel Obst. Abends wurde teilweise sogar Pizza bereitgestellt. Für mich als überzeugte Nicht-Kaffeetrinkerin blieb lediglich ein kleiner Wunsch offen: Kakao gehörte leider nicht zum Sortiment. Angesichts des restlichen Angebots ließ sich darüber allerdings hinwegsehen.

Warmes Essen inklusive

Eine weitere Überraschung entdeckte ich eher nebenbei auf meinem Presseausweis: Für Medienvertreter war jeden Tag eine Mahlzeit im Restaurant vorgesehen. Dort konnten wir uns am Buffet ein warmes Essen holen und gemeinsam mit anderen Medienvertretern, aber auch Reitern essen. Und auch wenn Verpflegung bei einer Weltmeisterschaft vermutlich nicht das entscheidende Qualitätskriterium für die Pressearbeit sein sollte, sei an dieser Stelle erwähnt: Es war wirklich lecker.

Für diejenigen, deren Zeitplan keinen Restaurantbesuch zuließ, gab es außerdem abgepackte Salat-Bowls zum Mitnehmen. Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, ist im Arbeitsalltag vor Ort aber ziemlich praktisch. Wer den ganzen Tag zwischen Terminen unterwegs ist und versucht, gleichzeitig nichts von der Veranstaltung zu verpassen, weiß solche Lösungen schnell zu schätzen.

Goodie-Bag der FEI

Goodie Bag der WM in Aachen

Jeder Medienvertreter erhielt eine Goodie Bag als Erinnerung. (© Redaktion)

Auch eine Goodie-Bag gab es für jeden Medienvertreter. Darin waren verschiedene gebrandete Artikel der FEI und der diesjährigen Weltmeisterschaften, unter anderem eine Flasche mit WM-Logo, eine Cap und ein Kofferanhänger.

Natürlich entscheidet keine Trinkflasche darüber, ob Medienarbeit gut organisiert ist. Zusammen mit all den anderen Details entstand aber ziemlich schnell das Gefühl, dass man sich hier tatsächlich Gedanken darüber gemacht hatte, wie die Menschen betreut werden, die über diese Weltmeisterschaften berichten.

Pressearbeit bei der WM in Aachen: Nicht nur akkreditiert, sondern willkommen!

Genau das ist wahrscheinlich der Punkt, der mir aus Aachen am stärksten in Erinnerung bleibt. Als Medienvertreterin hatte ich nie das Gefühl, lediglich akzeptiert oder eben notwendigerweise geduldet zu werden. Vielmehr entstand der Eindruck, dass die Medien vor Ort ausdrücklich erwünscht sind und ihre Arbeit als Teil einer solchen Veranstaltung verstanden wird.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir uns frei bewegen und überall die Kamera draufhalten durften. Ganz im Gegenteil: Die Regeln waren umfangreich und teilweise sehr streng. Aber sie waren klar kommuniziert, Ansprechpartner waren erreichbar und über die WhatsApp-Gruppen wurden Informationen schnell weitergegeben. Man wusste, woran man war – und wenn man etwas nicht wusste, wusste man zumindest, wen man fragen konnte.

Vom Akkreditierungsprozess über Shuttle und Pressezentrum bis hin zur direkten Kommunikation und Verpflegung war die Medienbetreuung in Aachen für mich deshalb vor allem eines: sehr professionell und gleichzeitig erstaunlich herzlich.

Vielleicht liegt genau darin der Unterschied zu manch anderer Veranstaltung. Gute Pressearbeit bedeutet nicht, Journalisten möglichst viele Extras zu bieten. Es bedeutet, ihnen die Arbeit so unkompliziert wie möglich zu machen und ihnen das Gefühl zu geben, dass ihre Anwesenheit gewollt ist.

Dass dabei noch Croissants, warmes Essen und eine Goodie-Bag herausspringen, nehme ich allerdings auch gern mit.

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