Die deutsche Mannschaft - mit Weltmeister Calvin Böckmann - holte in Millstreet Silber.
Calvin Böckmann konnte es am Ende wohl selbst am wenigsten glauben. Tatsächlich hat er in Millstreet alles richtig gemacht. Auf die U25-Weltmeisterschaft in diesem Jahr gesetzt. Die Allererste überhaupt. Am Ende stand für ihn und die 16 Jahre alte Stute Altair de la Cense, die er immer gezielt darauf vorbereitet hatte, die Nullrunde im Springen. Ein Resultat, das in die Geschichte eingehen wird. 40,0 Minuspunkte. Für den ersten U25-Weltmeister überhaupt. Für Calvin Böckmann. Und für seine Altair de la Cense. Die beiden haben sich gemeinsam ein Denkmal für die Geschichtsbücher des Sports gesetzt.
Die auf CCI4*-S-Niveau ausgetragene WM dient als wichtiges Sprungbrett für künftige Championate. Calvin Böckmann war sogar bereits zweimal bei Championaten vor Ort. Im vergangenen Jahr als Einzelstarter in Blenheim ritt er auf den vierten Platz. Und dann war da noch Olympia 2024, wo er als Ersatzreiter im Einsatz war. Nun hat er sein letztes U25-Jahr genutzt, um sich den ersehnten Titel zu schnappen. Wohin das noch führen mag, das ist nach oben offen.
Doch nicht nur Böckmann, sondern das gesamte deutsche Team überzeugte und durfte sich am Ende über die Silbermedaille hinter Großbritannien freuen. Im Springen war es gelungen, die bis dahin zweitplatzierten Iren noch einzuholen. Neben Calvin Böckmann ritten im deutschen Team Ann-Catrin Bierlein mit Sir Scotty (Platz neun im Einzel), Linus Weiss und Astrello (17. im Einzel) und Nicholas Goldbeck mit Chintano, die im Gelände ausschieden.
Große Freude im deutschen Team
Ihr Pferd Topspin vor dem Finale zurückgezogen hatte die nach dem Gelände im Einzel führende Alice Casburn. Das war für den zu diesem Zeitpunkt Drittplatzierten Calvin Böckmann vielleicht eine kleine Erleichterung auf dem Weg zum Sieg. Doch am Ende zählte allein das Können des Siegerpaares und seines Teams, das mit viel Knowhow und großer Konzentration an jedem einzelnen Tag unterwegs war.
Platz zwei hinter Calvin Böckmann sicherte sich die Britin Cerys Macauley mit Kananaskis vor der US-Amerikanerin Olivia Dutton, Tochter von Philipp Dutton, mit Jewelent. Bronze in der Team-Wertung ging an Irland.
„Ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich diesen Sieg erreichen durfte. Dass mir dieses Pferd, das mich durch meine Zeit als Nachwuchsreiter begleitet hat, diese Medaille geschenkt hat“, sagte der frisch gebackene Weltmeister. „Diese Medaille gebührt auch meiner ganzen Familie, die mich immer unterstützt hat und ohne die ich hier nicht stehen würde.“ Zum Springen selbst sagte er: „Mir war klar, dass hier noch einiges durcheinandergewürfelt würde. Selbst war ich eigentlich recht entspannt und wusste, dass ich mich nicht durcheinanderbringen lassen darf.“
Eine positive Bilanz über die Premiere zog auch Equipechefin Dr. Annette Wyrwoll, Vorsitzende des Vielseitigkeitsausschusses von Pferdesport Deutschland. „Wir wussten, dass Calvin gute Chancen auf eine Medaille hat, aber dass es tatsächlich Gold werden würde, ist einfach sensationell. Dass auch das Team Silber gewonnen hat, übertrifft alle Erwartungen. Hier hat sich gezeigt, was sich mit einer super Vorbereitung und einem tollen Teamspirit erreichen lässt, vor allem wenn dann auch noch das nötige Quäntchen Glück dazukommt. Es war eine absolute Mannschaftsleistung, zu der ich allen Beteiligten – Teilnehmer, Trainer und Tross herzlich gratulieren möchte. Diese U25-Weltmeisterschaften sind ein Gewinn und eine Bereicherung für alle – für unsere Disziplin im Allgemeinen und unsere Reiter im Besonderen. Auch die, bei denen es nicht ganz so gut lief, haben hier viel geleistet und ganz viel dazugelernt, auf das sie künftig aufbauen können. Alles in allem war eine tolle Erfahrung für alle!“
Alle Ergebnisse aus Millstreet gibt es hier.
Ich freue mich für das deutsche Team…… aber der Geländeritt vom Calvin war keine Meisterleistung! Unfassbar das dieses Pferd immer noch alles gibt…..