Found_Gody_PS_Ellen_Richter HKM Bundeschampionate 2024 Foto: Sabine Wegener/Equitaris www.equitaris.de 07.09.24 19 Devoucoux-Preis Dressurpferdeprfg. Kl. L 5j. – Finale
In der Prüfung Kl. S der siebenjährigen Dressurpferde zeigt sich, welchen Nachwuchshoffnungen der fließende Übergang vom vielversprechenden Youngster in den großen Sport gelingt. Die Dressurpferdeprüfung der Klasse S ist etwas anders aufgebaut, als wir es von regulären S-Dressuren kennen, um den Pferden den Einstieg in diese Klasse zu erleichtern. Von 46 angetretenen Siebenjährigen lösten zwölf das begehrte Direktticket für das große Finale. Am Mikrofon begleiteten Kim Kreling und Reitmeisterin Heike Kemmer das Geschehen vor imposanter Championatskulisse und brachten die Herausforderung auf den Punkt:
Junge Pferde, schwieriges Viereck!
-Kommentatorin Kim Kreling
Damit die Bewertungskriterien in dieser Prüfungsform transparent bleiben, setzt die FN auf ein zweigeteiltes Richtsystem: Bei E bewerteten die Richter Thomas Keßler und Henning Lehrmann die Qualität des Pferdes nach der Skala der Ausbildung (Grundgangarten, Durchlässigkeit und Perspektive), während sich Richterin Elke Ebert bei C auf die präzise Ausführung der Lektionen konzentrierte, die dann als technische Note in die Gesamtbewertung mit einfließt. Das Endergebnis errechnet sich zu gleichen Teilen aus beiden Noten. Da das Starterfeld aufgrund der hohen Teilnehmerzahl in zwei Abteilungen platziert wurde, standen am Ende zwei Siegerinnen fest.
Glanzrunden an der Spitze: Greta Heemsoth und Ellen Richter dominieren
Das Tageshöchstergebnis ging auf das Konto von Greta Heemsoth im Sattel der Hannoveraner Stute Felice FRH von Fürst Samarant aus einer Riverside-Mutter. Die Bewegungskünstlerin aus der Zucht von Rene Janzen ist im Besitz von Ken Steele. In Warendorf ist Felice FRH längst eine feste Größe: Bereits drei-, vier-, fünf- und sechsjährig war sie bei den Bundeschampionaten am Start und untermauerte nun mit starken 81,896 Prozent ihre nahtlose Reife Richtung schwerer Klasse. Schon in den ersten Trablektionen zeigte sie enorme Elastizität, ehe in der Schritttour ein Ausrufezeichen folgte: „Das ist definitiv ein versammelter Schritt, den wir heute noch nicht oft so gut gesehen haben“, schwärmten Kim Kreling und Heike Kemmer und fügten in der anschließenden Galopptour hinzu:
Die Stute springt die Wechsel schon auf eine gute Art und Weise, die Greta gut weiterentwickeln kann. Denn das ist ja auch immer wichtig: Die Perspektive des Pferdes!
Traumnoten für die siebenjährigen Dressurpferde
Feine Einleitungen in die Traversalen, korrekte Übergänge und eine bilderbuchmäßige erste Pirouette runden das Bild ab. Auch wenn manche Pferde mit großen Bewegungen in dem Alter noch nicht immer ruhig in der Anlehnung sind, ist das nicht auf eine schlechte Ausbildung zurückzuführen. Es ist eine Frage der Entwicklung und körperlichen sowie mentalen Reife.
„Das war einfach ein toller Ritt mit echten Highlights“, hieß es am Ende und auch das Publikum jubelte. Die Richter bei E vergaben die Tageshöchstnote von 88,600 Prozent für die Qualität und belohnten nicht nur den nahezu ausgezeichneten Trab, sondern ebenfalls die gute Durchlässigkeit (Trab 9,5, Schritt 8,1, Galopp 8,7, Durchlässigkeit 9,0, Gesamteindruck 9,0). Mit einer technischen Note von 75,192 Prozent setzte sich Greta Heemsoth damit mit einer Gesamtwertnote von 81,896 Prozent an die Spitze.

Felice FRH und Greta Heemsoth sind gut aufeinander abgestimmt und konnten schon einige gemeinsame Erfolge feiern. (© Gesina Grömping/Equitaris)
Ellen Richter und Found Gody PS weiter auf Erfolgskurs
In der zweiten Abteilung zog Ellen Richter mit dem im Besitz von Paul Schockemöhle stehenden Oldenburger Wallach Found Gody PS von Foundation aus einer Vivaldi-Mutter nach und sicherte sich mit 80,923 Prozent den Sieg in der zweiten Abteilung. 88,000 Prozent gab es von den Richtern bei E (Trab 8,7, Schritt 8,8, Galopp 8,9, Durchlässigkeit 8,8, Gesamteindruck 8,8) und 73,846 Prozent von Elke Ebert bei C. Das führte zu einem Gesamtergebnis von 80,923 Prozent.
Der Wallach, gezogen und im Besitz vom Gestüt Lewitz, tanzte bereits in den Vorjahren durchs Warendorfer Viereck und siegte unter anderem im Kleinen Finale der Fünfjährigen Dressurpferde. Und dieses Pferd bringt Größe mit! Nicht nur in Bezug auf seine Einstellung und seine Grundgangarten, sondern eben auch körperlich, was nicht immer einfach zu reiten ist. Ellen wählte jedoch genau das richtige Trabtempo und das Paar war gut aufeinander abgestimmt. „Der weiß auch ganz genau, wie Pirouetten gehen“, kommentierten die Expertinnen die Galopptour. „Ja, und sie macht das alles, als hätte sie ein Metronom im Sattel“, unterstreicht Kim Kreling die Vorstellung. „Sie ist das Metronom im Sattel“, sagt Heike Kemmer.
Auf Instagram fasste das Team den Ritt treffend zusammen:
Was für ein Gefühl, wenn sich die jahrelange Ausbildung genau in diesem Moment auszahlt.
Bayerische Festspiele: Franz Trischberger punktet doppelt
Ein glanzvolles Ausrufezeichen setzte Franz Trischberger, der die Anreise aus Bayern belohnt sah: Der Ausbilder ritt gleich zwei Siebenjährige auf den Silberrang beider Abteilungen und qualifizierte sie somit direkt für das Finale. Lange konnte er in der Prüfung die Führung mit dem charmanten Westfalen Zaubermann 3 von Zoom, mütterlicherseits gezogen auf Belissimo M halten, bis ihn schließlich Ellen Richter und Greta Heemsoth auf Platz zwei verwiesen.
Der hochweiß gestiefelte Wallach war bereits vierjährig in Warendorf vertreten und reiste nach einer erfolgreichen Turniersaison mit Siegen in M- und S-Dressuren an. Er ist im Besitz von Jutta Borgmann, Züchter ist Winfried Albers. „Das sieht alles schon sehr korrekt und sicher aus, das dürfen wir nicht als Selbstverständlichkeit abbuchen.“ betonen die Kommentatorinnen. „Es sind schließlich junge Pferde auf dem Weg in den großen Sport“.
Souverän ins Finale der siebenjährigen Dressurpferde
Zaubermann zeigte eine vorbildliche Konzentrationsfähigkeit sowie ein hohes Maß an Durchlässigkeit. Die Kulisse schien ihn nicht groß zu stören. Immer wieder mal ein kurzes Lob seines Reiter und der Wallach gab sein Bestes an diesem Tag. Betont wird das mit einer Gesamtwertnote von 77,958 Prozent, die sich aus der technischen Note von 72,115 Prozent sowie der Qualitätsnote von 83,800 Prozent (Trab 8,2, Schritt 8,8, Galopp 8,5, Durchlässigkeit 7,9, Gesamteindruck 8,5) zusammensetzt.
Das ist schon ein Knaller. Franz Trischberger reitet übersichtlich und stimmt sich fein auf seine Pferde ein, die er beide mit sehr souveränen Runden ins Finale reitet. Da müssen wir ein dickes Kompliment aussprechen.
– Kim Kreling und Heike Kemmer
Erfolgreiche Vorstellung der siebenjährigen Dressurpferde
In der zweiten Abteilung sicherte sich Franz Trischberger ebenfalls Platz zwei mit dem DSP-Wallach FBW Emiliano H.E., abstammend von Escolar aus einer Lingh-Mutter. Züchter ist Heiner Eppinger und der Fuchs ist im Besitz von Markus Heinlin. Der Wallach wurde schonend für den großen Sport aufgebaut. Das zeigt, dass auch ein späterer Turniereinstieg von Erfolg gekrönt sein kann. Denn auch FBW Emiliano H.E zeigte sich aufmerksam mit einer schönen Dehnung an die Hand im starken Schritt.
In dieser Aufgabe ging es in der Schritttour direkt in Richtung Tribüne, was für manche Pferde aufregend war. Der sympathische Fuchs vertraute seinem Reiter auch vor solch einer Kulisse. Am Ende hieß es: 77,846 Prozent als Gesamtwertnote. Die setzte sich aus den 72,692 Prozent der technischen Note sowie 83,000 Prozent von den Richtern bei E (Trab 8,2, Schritt 8,8, Galopp 8,3, Durchlässigkeit 7,8, Gesamteindruck 8,4) zusammen.
Starke Verfolger auf dem Bronzerang
Das Treppchen der ersten Abteilung komplettierte Christian Alexander Kömpf auf Semenyo N von Secret aus einer Belissimo M-Mutter. Der Wallach, der aus der Zucht von Bernd Nöthen stammt, war die gefeierte Preisspitze der 140. Hannoveraner Elite-Auktion. Er wechselte damals für die stolze Summe von 140.000 Euro den Besitzer und wurde nach dem Premier-League-Fußballer Antoine Semenyo benannt. Er ist im Besitz von Familie Ritzinger. Unter dem Sattel von Alexandra Sessler wurde dieser Ausnahmesportler behutsam aufgebaut. 2025 qualifizierte er sich für das Bundeschampionat der sechsjährigen Dressurpferde. Ein Jahr später wird er gelobt:
Der hat aber auch einen Galopp und ein Talent für die fliegenden Wechsel.
Sie wünschen sich hin und wieder einzig ein etwas weiter geöffnetes Genick. Dass dieses Pferd eine enorme Grundqualität mitbringt, muss nicht groß diskutiert werden. 81,400 Prozent gibt es von den Richtern bei E (Trab 8,8, Schritt 7,7, Galopp 8,3, Durchlässigkeit 7,7, Gesamteindruck 8,2). Gemeinsam mit einer technischen Note von 72,500 Prozent bedeutete das eine Gesamtwertnote von 76,950 Prozent und Platz drei,.
Toller Schritt, Ausrufezeichen! Zuccador QD erneut im Finale
Als sechsjähriges Dressurpferd noch unter Lydia Jordan erfolgreich bei den Bundeschampionaten 2025 am Start, hat nun Nicole Wego-Engelmeyer den Beritt von Zuccador QD übernommen. Sie sicherte sich in dieser Finalqualifikation Platz drei in der zweiten Abteilung. Abstammend von Zenon aus einer Mutter von Lauries Crusador xx ist der Hengst im Besitz von Angie Qin. Züchter ist die Hof Kasselmann Familienstiftung.
„Wow, der hat eine gute Balance und nimmt die Aktivität durch die gesamte Prüfung mit“, wird der Ritt kommentiert. „Und diese extrem lässigen Wechsel! Mit der Ausbildung können sie dann noch mehr ins Bergauf wachsen“. Zuccador, ein Pferd mit Perspektive. Am Ende wurde das Paar mit 76,896 Prozent belohnt. Für die Qualität des Hengstes gab es 83,600 Prozent (Trab 7,8, Schritt 9,0, Galopp 8,3, Durchlässigkeit 8,2, Gesamteindruck 8,5). Als technische Note vergab Elke Ebert 70,192 Prozent. Das Finale der siebenjährigen Dressurpferde am Sonntag wird noch einmal ein Highlight der Bundeschampionate 2026.