Noble Dance tanzte schon 2024 durchs Viereck und wurde unter Danica Duen zum Bundeschampion der dreijährigen Reitponyhengste gekürt.
Bei der Finalqualifikation der fünfjährigen Dressurponys ist klar geworden: Es mangelt nicht an Qualität und Nervenstärke. Während die ersten Paare noch bei trockenem Wetter ins Viereck gingen, gab es bald schon die ersten Regenschirme im Publikum an der langen Seite zu sehen. Auch der Fotograf neben dem Richterhäuschen hüllte sich in eine Regenjacke, was dafür sorgte, dass die meisten Ponys während des Haltens und Antrabend einen überraschten Blick aus dem Viereck warfen.
Richtung Ende der Prüfung glich die Menschenmenge einem Meer aus bunten Regenjacken und Schirmen. Eine besondere Herausforderung für die jungen Ponys, die ab diesem Alter erstmals ausschließlich von Junioren geritten werden dürfen. Das bedeutet häufig einen Reiterwechsel, denn drei- und vierjährig werden die Reitponys häufig von erwachsenen Bereitern vorgestellt. Die heutige Kulisse war daher zugleich ein unerbittlicher Gradmesser für Interieur, Nervenstärke und echtes Vertrauen.
Gold für Noble Dance NRW: Souveränität im Regentanz
Den Sieg in der Finalqualifikation sicherte sich Leni-Sophie Gosmann im Sattel des westfälischen Hengstes Noble Dance NRW. Und wie schwungvoll, elastisch und durchlässig er sich zeigte! Bei Noble Dance möchte man einfach hingucken und mehr von diesem eleganten Pony sehen. Abstammend von Neverland WE aus einer FS Calimero-Mutter. Züchterin ist Simone Liebing und Besitzerin Danica Duen. Nicht nur den Gesamteindruck, sondern auch den Schritt haben die Richter mit einer glatten 9,0 belohnt. Für den Trab sowie die Durchlässigkeit gab es eine 8,8 und für den Galopp eine 8,6. Das führt zu einer Endnote von 8,84.
Noble Dance konnte bereits im Alter von drei Jahren seine Qualität unter Beweis stellen und wurde 2024 unter Danica Duen mit einer Gesamtnote von 9,0 zum Bundeschampion gekürt. 2025 platzierte er sich unter Sophie Duen bei den vierjährigen Reitponyhengsten in Warendorf auf Rang vier. Der Hengst hat sich altersgemäß positiv weiterentwickelt und sicherte sich verdient den Spitzenplatz in der Qualifikation der fünfjährigen Dressurponys.
Silber für HBS My Golden Highway
Bei den Bundeschampionaten eine gute Platzierung zu erreiten ist das eine. Direkt mit zwei Ponys unter den Top Drei zu landen ist schon eine Hausnummer. Geschafft hat das Lynn Sophie Soddemann, die zu den prägenden Juniorinnen im Warendorfer Viereck gehört. 2026 zeigt sie sich in absoluter Topform und erritt sich mit HBS My Golden Highway eine Gesamtnote von 8,70. Silber für den westfälisch gezogenen Wallach von Golden West aus einer FS Don’t Worry-Mutter. Er wurde vierjährig schrittweise an den Championatssport herangeführt. Züchterin und Besitzerin ist Melanie Becks.
Auch dieses talentierte Dressurpony ließ sich nicht von den bunten Regenjacken und Schirmen am Rand des Vierecks beirren. Dafür punktete es mit hoher Bewegungsqualität sowie einer vorbildlichen Rittigkeit. Zweimal vergaben die Richter eine 8,8 für die Durchlässigkeit und den Gesamteindruck. Schritt und Trab bewerteten die Richter mit einer 8,7 und für den Galopp gab es eine 8,5.
Bundeschampion Nepomuk NRW Dritter bei den fünfjährigen Dressurponys
Nepomuk NRW reiste als amtierender Champion an, denn er sicherte sich 2025 bei den vierjährigen Reitponys (Stuten und Wallache) überlegen den Titel des Bundeschampions. Damals noch vorgestellt von Linda Weiß, überzeugte er unter anderem mit der Traumnote 10,0 für die Rittigkeit im Finale. In diesem Jahr durfte Lynn Sophie Soddemann im Sattel Platz nehmen und sicherte sich Platz drei in der Finalqualifikation. Mit einer Endnote von 8,62 war das Ganze eine durchaus knappe Geschichte.
Auch bei Nepomuk NRW lobten die Richter die Durchlässigkeit, für die es eine 8,7 gab. Die gleiche Wertnote wurde auch für den Trab sowie den Gesamteindruck vergeben. Für Schritt und Galopp erhielt Nepomuk NRW eine 8,5. Der von FS Next Diamond mal Nabucco R abstammende Wallach ist im Besitz von Sportpferde Scholz. Züchter ist die Zuchtgemeinschaft Tillmann-Oelrich. Ein rundum gelungener Auftritt aller Paare, der viel Vorfreude auf eine hoffentlich sonnigere Medaillenentscheidung im Finale macht.