Kathrin Meyer © ALRV/Jasmin Metzner

Kathrin Meyer tritt ein letztes Mal bei einem Championat an.

Die deutschen Voltigierer blicken nach der endgültigen Nominierung mit großen Erwartungen und Vorfreude auf die Heim-WM in Aachen. Vom 13. bis 16. August werden sie auf dem CHIO-Gelände an den Start gehen und um Medaillen kämpfen.

Mit Kathrin Meyer und Thomas Brüsewitz treten auch zwei prägende Gesichter des deutschen Voltigiersports noch einmal an, bevor beide ihre Karriere beenden wollen. Kathrin Meyer konnte sich in Aachen bereits zweimal beim CHIO den Sieg sichern. 2025 gewann sie als erste Voltigiererin überhaupt zum dritten Mal in Folge den Titel beim Weltcup-Finale. Außerdem ist sie amtierende Europameisterin. Thomas Brüsewitz ist gemeinsam mit Kai Vorberg geteilter Rekordsieger beim CHIO Aachen und konnte ebenfalls zahllose Medaillen während seiner Karriere sammeln.

Im Doppel-Interview sprechen sie über die besondere Magie eines Championats im eigenen Land, den unvergleichlichen Moment, in den Aachener Zirkel einzulaufen, und darüber, warum diese WM für sie weit mehr ist als ‚nur‘ der letzte große Wettkampf.

Was macht für euch ein WM-Jahr besonders, noch dazu mit einer Heim-WM? Welche Erwartungen habt ihr?

Meyer: Es ist für uns jedes Jahr etwas Besonderes, nach Aachen zu kommen und dort starten zu dürfen. Jetzt sind wir gleichzeitig mit den anderen Disziplinen vor Ort, da kommt nochmal ein ganz anderes Feeling auf und man kann sich viel mehr mit allen Sportlern connecten. Und Aachen ist ein Gelände, wo die Bedingungen einfach perfekt sind, da kann es nur cool werden.

Brüsewitz: Ich kann mich dem nur anschließen. Eine WM im eigenen Land und dann auch noch bei meinem Lieblingsveranstalter – das ist etwas ganz Besonderes, auf das wir alle hin fiebern. Es ist ja mehr als zehn Jahre her, dass in Deutschland ein Championat stattgefunden hat. Genau deswegen träumt da eigentlich jeder Voltigierer von. Ich hoffe, dass wir unseren Sport auf so einer Bühne bestmöglich präsentieren können. Voltigieren ist ein Sport, der Menschen echt begeistern kann und das wollen wir nach außen transportieren. Das schaffen wir hoffentlich, indem wir zeigen, was wir können und was wir lieben.

Thommy, du hast die Europameisterschaften 2015 angesprochen. Damals bist du hier schon dabei gewesen, kennst die Atmosphäre im überdachten Stadion. Wie ist das Gefühl im Zirkel?

Brüsewitz: 2015 war von der Atmosphäre her der Hammer. Wir sind quasi in den Zirkel reingetragen worden, es gab eine Flut an deutschen Fahnen und die Kulisse war einfach Wahnsinn. Das war wirklich beflügelnd, da einzulaufen. Ehrlich gesagt kam da auch in den vergangenen Jahren nichts mehr dran. Ich hoffe, dass auch dieses Mal wieder viele Zuschauer da sind und deutsche Fahnen für uns schwingen werden.

Das Gefühl, grundsätzlich in Aachen zu gewinnen, kennt ihr ja beide. Was sind eure Ziele für die WM, was habt ihr euch vorgenommen?

Meyer: Natürlich ist mein Ziel, vorne mitzuspielen. Die Konkurrenz schläft aber nicht. Ich würde sagen, es wird ein hartes Rennen, aber wir sind gut vorbereitet und werden auf jeden Fall alles geben, unsere Trainingsleistung abrufen zu können. Das gilt vor allem auch für meine Kür. Sie verkörpert dieses für mich spezielle Jahr beziehungsweise die Gefühle, die hochkommen, wenn man darüber nachdenkt, mit dem Sport aufzuhören. Sie soll meinen ganzen Weg zeigen sowie die Menschen und Pferde, die diesen getragen haben. Das wird auf jeden Fall emotional.

Brüsewitz: Ich will vor allem genießen. Ich bin so dankbar für die ganze Zeit und möchte nochmal ganz bewusst wahrnehmen, was ich die letzten Jahre erleben durfte. Es ist für mich eine große Ehre, den ganzen Spaß mitmachen zu dürfen. Da möchte ich nochmal innehalten und jeden einzelnen Augenblick, ob er jetzt gut sein mag oder schlecht, für mich mitzunehmen. Sportlich versuche ich natürlich mein Bestes zu geben, aber das probieren wir ja immer.

Für euch beide wird es nach einer langen und erfolgreichen Karriere das letzte Championat. Erzeugt das extra Druck oder gibt es noch mehr Motivation, wirklich nochmal abzuliefern?

Meyer: Ich würde schon sagen, dass es nochmal ein anderer Druck ist in diesem Jahr. Ob das jetzt daher kommt, dass es eine WM ist oder ein Heimchampionat oder das letzte Championat – da kommen viele Faktoren zusammen. Aber ich freue mich auf jeden Fall drauf und mit Gesa und Capi zusammen wird das so oder so etwas sehr Besonderes sein.

Brüsewitz: Ich habe versucht, da gar nicht zu viel drüber nachzudenken, aber in der letzten Zeit ist mir das tatsächlich nicht mehr so gut gelungen (lacht). Es fällt mir dann doch schwer, mich mit der Frage zu beschäftigen: ‚Was machst du eigentlich, wenn das alles vorbei ist?‘ Da habe ich schon ein bisschen Angst, in ein Loch zu fallen. Das beschäftigt mich natürlich schon, aber ich lasse mich davon auch nicht verrückt machen. Ehrlich gesagt möchte ich vor allem nochmal dankbar sein dafür, dass ich das alles miterleben darf.

Alles zur WM in Aachen gibt es hier.

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