Das Wunder von Stockholm: Hans Günter Winkler und Halla © Warendorf.de

Das Wunder von Stockholm: Hans Günter Winkler und Halla

Genau 70 Jahre ist es heute her, da holten Springreiter Hans Günter Winkler und seine „Wunderstute“ Halla den Olympiasieg bei den Spielen in Stockholm.

Es war ein wahrlich bewegender Moment, der sich an diesem 17. Juni 1956 ereignete. Und eine Geschichte für die Ewigkeit. Bis heute kennen Reitsportbegeisterte die größtenteils Jahrzehnte später geboren wurde, das Kürzel HGW und die Geschichte hinter dem Doppelgold. Selbst Menschen, die mit dem Reitsport eher weniger Bezugspunkte besitzen, können mit diesem Olympiasieger etwas anfangen. Dass dabei auch eine Menge Mythen entstanden, sei dahingestellt. Fakt ist, dass sowohl Hans Günter Winkler als auch die damals elf Jahre alte in Hessen gezogene Halla gemeinsam eine großartige Leistung ablieferten.

HGW hatte sich seinerzeit im ersten Durchgang der Mannschafts- und Einzelentscheidung einen Muskelriss zugezogen. Grund dafür war ein gewaltiger Sprung von Halla, der Winkler fast aus dem Sattel katapultiert hätte. Durch das Zusammenpressen der Knie und die Spannung im Körper kam es zu dem Muskelriss, der zunächst als Leistenbruch erkannt wurde. Bis heute findet man diese Diagnose auch in vielen Annalen des Sports.

Nach einer Behandlung mit betäubenden und schmerzstillenden Medikamenten durch den Mannschaftsarzt saß Winkler wieder im Sattel und lieferte mit seiner Stute die für den Gewinn der Goldmedaille im Einzel und mit der Mannschaft nötige Nullrunde. Das „Wunder von Stockholm“ hatte seinen Lauf genommen.

Durch die doppelte Goldmedaille erlangte Hans Günter Winkler in Deutschland einen bewundernswert hohen Status. Es war die Zeit des Wirtschaftswunders, der Aufbruchstimmung. Und „Deutschland war wieder wer“ – auch dank Persönlichkeiten wie Winkler. Seine Auszeichnungen reichten weit über den Sport hinaus. So erhielt Winkler beispielsweise das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland. Insgesamt gewann Winkler in seiner langen Karriere fünf olympische Goldmedaillen sowie je eine Silber- und Bronzemedaille. Zu seinem Andenken erfolgte jüngst die Gründung eines Fördervereins.

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