Anne Unzeitig und ihr bronzener Moment des Glücks. © Hippoevent/Gfeller/Quelle: Pferdesport Deutschland

Anne Unzeitig und ihr bronzener Moment des Glücks.

Das Ende der WM in Aachen verlief für die deutschen Vierspänner-Fahrer nicht ganz nach Wunsch. Mit der Mannschaft wurde es Platz vier. Im Einzel schnitt Anna Sandmann als Sechste am besten ab. Nun gab es wieder eine Weltmeisterschaft der Fahrsportler in Deutschland. Nicht ganz so übermächtig wie die WM in Aachen, aber doch an einem Ort, der schon vor einigen Monaten große Begeisterung auslöste.

„Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als hier in meinem eigenen Land auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem anzutreten“, sagte Anne Unzeitig seinerzeit. Die 24 Jahre alte Einspänner-Fahrerin ist so etwas wie der Star im deutschen Team. Denn sie war 2021 schon Nachwuchs-Europameisterin und holte in den Jahren 2022 und 2024 mit dem deutschen Team Bronze und Silber bei den Weltmeisterschaften. Bei den beiden Senioren-Championaten immer an ihrer Seite: De Niro, mittlerweile 18 Jahre alter Hannoveraner Wallach und ein echter Professor vor der Kutsche.

Das sollte den beiden wohl auch in München zugute kommen. Hier war sie als erste Starterin in der Dressur für das deutsche Team unterwegs. „Es war ein unfassbar gutes Gefühl, eine so tolle Anlage und ein tolles Feeling hier auf einer Heim-WM starten zu dürfen und dann auch noch so einen Partner zu haben – Wahnsinn“, lobte Anne Unzeitig nach ihrer Dressur. „Mein Pferd hat alle Erwartungen übertroffen, mir sind da sogar ein bisschen die Tränen gekommen beim Rausfahren, weil ich so happy bin, dass er so für mich gekämpft hat.“

Claudia Lauterbach und Verano in der Dressur

Claudia Lauterbach und Verano in der Dressur (© Hippoevent/Gfeller/Quelle: Pferdesport Deutschland)

Die Hessin fuhr gemeinsam mit Ciara Schubert und Lassila, die auch bei der WM 2024 schon im Team waren, und Claudia Lauterbach mit Verano für die deutsche Mannschaft. Als  Einzelfahrer waren Marie Tischer mit Fortino sowie Martin Stötzer mit Elsaß, Jens Motteler mit Calida, Lars Krüger mit DSP Fenne Lily und Christoph Dieker mit Siebenstein unterwegs. Tischer belegte in der Dressur als beste deutsche Starterin Platz sieben. Für Anne Unzeitig stand Platz zwölf zu Buche. Doch dann kam das Gelände am Samstag.

Großartige Marathonfahrt von Unzeitig

Besonders gut aus deutscher Sicht gelang die Fahrt im Marathon Anne Unzeitig und De Niro. Die beiden wurden Fünfte und rückten damit in der Einzelwertung auf Rang vier vor. Damit waren die Medaillen wieder in Reichweite. In Hindernis drei, dem Biergarten-Hindernis, gelang ihr sogar die Bestzeit aller Teilnehmer.

„Es war mega! Es hat so Spaß gemacht, ich habe wieder ein tolles Gefühl gehabt und De Niro hat super für mich gekämpft, wir haben eigentlich jeden Plan so hinbekommen, wie wir es wollten.“

Nicht ganz so gut lief es für die anderen beiden Damen im deutschen Team. Ciara Schubert, eigentlich eine Marathon-Spezialistin, erlaubte sich mit ihrer Schimmelstute Lassila teure Fehler.

„Es hätte besser laufen können und war am Ende nicht das, was wir uns erhofft hatten!“

Als dritte Teamfahrerin startete am Nachmittag Claudia Lauterbach. Mit ihrem Verano belegte sie nur Platz 67 im Marathon. „Er ist halt eher Dressurpferd als Geländepferd“, sagte sie über ihren Verano. „Es war schon anspruchsvoll und ich bin froh, dass ich einigermaßen ohne große Patzer durchgekommen bin, der eine Ball war natürlich unnötig.“ Auch für Marie Tischer lief es auch alles andere als erwünscht. Sie rutschte auf Platz 63 ab.

Anne Unzeitig bei ihrer Top-Leistung im Marathon.

Anne Unzeitig bei ihrer Top-Leistung im Marathon. (© Hippoevent/Gfeller/Quelle: Pferdesport Deutschland)

Happy End im Kegelfahren

Alle Augen waren am Ende auf das Kegelfahren gerichtet. Im Kegelparcours blieb die 24-Jährige fehlerfrei und setzte das Spitzentrio unter Druck. Die direkt nach ihr startende Niederländerin Cindy Benschop blieb ebenfalls ohne Fehler, kassierte jedoch 0,7 Zeitstrafpunkte. Damit schob sich Unzeitig auf den Bronzerang. Und es war damit klar: Sie hatte ihre erste WM-Einzelmedaille gewonnen. Weltmeister wurde Stefan Ulrich vor Mario Gandolfo, beide aus der Schweiz.

„Ich kann das noch gar nicht richtig glauben und bin einfach nur überglücklich und dankbar für meinen De Niro, mit dem ich nun auch noch dieses große Ziel erreicht habe!“

Claudia Lauterbach lieferte mit ihrem Verano ebenfalls eine fehlerfreie Runde. Nach Platz zehn in der Dressur und Rang 67 im Marathon arbeitete sie sich in der Einzelwertung noch auf Platz 19 vor. Ciara Schubert gelang mit ihrer Schimmelstute Lassila ebenfalls eine starke Nullrunde. Lediglich 1,4 Zeitstrafpunkte kamen hinzu. Nach Rang 23 vor dem Kegelfahren verbesserte sie sich auf Platz 18.

Für die Mannschaft reichte es dennoch knapp nicht für das Podium. Es wurde der vierte Platz hinter den Siegern aus der Schweiz, den Niederlanden und Frankreich.

Cheftrainer Karl-Heinz Geiger zog trotz der unterschiedlichen Ergebnisse ein positives WM-Fazit.

„Es ist alles gut gelaufen, wir sind sehr zufrieden, am Geländetag waren wirklich viele Zuschauer da und die Teilnehmer sind alle gut zufrieden.“

Alle Ergebnisse aus München-Riem gibt es hier.

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