Elf Jahre lang war Pepper ein fester Teil von Michelles Leben – vom Schulpony bis zum eigenen Pferd. Am Ende blieb nur wenig gemeinsame Zeit, doch diese letzten Wochen waren geprägt von Nähe, Ruhe und Dankbarkeit. Ein Abschied, der gezeigt hat, was ein echtes Herzenspferd ausmacht.
Im Jahr 2012 begann meine Geschichte mit Pepper. Ich war damals elf Jahre alt, Pepper war 15. Sie gehörte der Tochter meiner Reitlehrerin und es stand zur Debatte, ob sie im Schulbetrieb eingesetzt oder verkauft werden sollte. Um das auszuprobieren, setzte mich meine Reitlehrerin im Gruppenunterricht auf sie – und es funktionierte sofort. Pepper blieb, lief regelmäßig als Schulpony mit und wurde schnell zu meinem absoluten Herzenspony.
Einige Jahre lang ritt ich sie im Schulbetrieb, irgendwann dann auch im Einzelunterricht, wo wir so richtig zusammenfanden – ab da waren wir ein Team. 2015 wurde Pepper meine Reitbeteiligung. Ich arbeitete viel auf dem Hof, finanzierte mir davon zusätzliche Reitzeit und ritt sie bald fast ausschließlich im Einzelunterricht. Unsere Verbindung wurde immer enger.
Eine Entscheidung, die alles veränderte
Als 2017 der Bestand der Schulpferde verkleinert wurde und Pepper verkauft werden sollte, brach für mich eine Welt zusammen. Der Gedanke, sie zu verlieren, war kaum auszuhalten. Ein Kauf kam damals aus finanziellen Gründen nicht infrage, also teilte ich mir die Verantwortung mit einer weiteren Reitbeteiligung – vor allem, damit Pepper bleiben durfte.
Während der Corona-Zeit fiel der Schulbetrieb komplett weg. Pepper war plötzlich fast nur noch „unser“ Pony. Wir durften kommen, so oft wir wollten, Hauptsache, sie wurde bewegt. In dieser Zeit sind wir noch enger zusammengewachsen. 2022 stieg die andere Reitbeteiligung aus. Von da an war ich allein für Pepper da. Als ich Anfang 2023 für zweieinhalb Monate ins Ausland ging und im April zurückkam, wurde mir klar: Ich möchte sie zu mir holen. Ich lebte inzwischen in Hamburg und fuhr jedes Mal rund 40 Minuten pro Strecke in den Stall – ein Aufwand, der mir zunehmend die Leichtigkeit nahm.
Ein Zuhause für mein Herzenspony
Im Juni 2023 traf ich die Entscheidung, Pepper zu kaufen. Ab August sollte ich eine Vollzeitstelle beginnen, mein Arbeitsplatz war sicher. Meine Reitlehrerin freute sich sehr – eigentlich hatte sie mir Pepper schon immer verkaufen wollen – und hat sie mir nach all den Jahren geschenkt.
Ich war 22, Pepper 26 Jahre alt. Elf Jahre unseres gemeinsamen Lebens lagen da schon hinter uns. Sie war nicht mehr fit, nicht mehr wirklich reitbar, hatte zunehmend gesundheitliche Probleme. Aber das spielte für mich keine Rolle. Alles, was ich im Leben über Pferde gelernt habe, habe ich von ihr gelernt.
Die letzten gemeinsamen Wochen
Für mich stand fest: Wenn ich sie mir leisten kann, dann bekommt sie ihr Zuhause bei mir. Im Juli 2023 zog Pepper in ihren neuen Stall. Sie lebte sich schnell ein, doch man merkte, dass sie weiter abbaute. Im August 2023 schlief sie eines Morgens auf der Koppel ein. Ein paar Tage zuvor hatte sie noch eine Schlundverstopfung, die behandelt worden war – die genaue Todesursache blieb unklar.
Am Ende hatten wir nur fünf Wochen gemeinsam. Aber es waren fünf wunderschöne Wochen. Wochen, in denen sie nicht mehr funktionieren musste. Wochen, in denen sie ganz Pony sein durfte. Ich bin unendlich dankbar, dass ich diese Zeit mit ihr hatte und dass ich ihr am Ende ihres Lebens ein ruhiges Zuhause schenken durfte und wir diesen letzten Weg gemeinsam gegangen sind.
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