Kaum ein anderer Snack wird in Pferdeställen so viel verfüttert wie die Möhre. Viele haben neben dem Kraftfutter auch eine Tonne davon stehen und ergänzen damit die täglichen Mahlzeiten. Doch was wissen wir über Karotten?
Die Möhre, auch Karotte genannt, ist ein sogenanntes Doldengewächs mit mehrfach gefiederten Blättern und weißen Blüten. Vor etwa 5000 Jahren wurden Möhren erstmals kultiviert. Als Ursprungsgebiet gilt die Region, die das heutige Afghanistan, Pakistan und den Iran umfasst. Die ursprüngliche Form der Karotte war schwarz, genauer gesagt violett oder tiefviolett mit einem gelben bis orangefarbenen Inneren.
Was steckt drin im Pferde-Snack Möhre?
Möhren enthalten viel Beta-Carotin (bis zu 60 Milligramm pro ein Kilogramm), dem das Gemüse seine typische Farbe verdankt. Es wird im Körper bei Bedarf zu Vitamin A umgewandelt. Carotin und Vitamin A fördern zudem die Darmtätigkeit des Pferdes und wirken sich positiv auf die Abwehrkräfte aus.
Außerdem enthalten Möhren (wie auch Bananen) sogenannte Oligosaccharide. Das sind Kohlenhydrate, die Durchfall und Kotwasser verringern können. Bei Schweinen konnten Forscher diesen Effekt bereits nachweisen: Hier wurden Darminfekte mit speziell aufbereiteten und getrockneten Möhrenschnitzeln erfolgreicher bekämpft als mit Antibiotika. Bei Pferden gibt es dazu noch keine Untersuchungen.
Nicht zu vergessen sind die enthaltenen Spuren- und Mengenelemente, wie Zink für eine gesunde Haut, Phosphor für die Knochen und das Skelett sowie Eisen, das Sauerstoff in den roten Blutkörperchen transportiert und bei der Energiegewinnung in der Zelle, der Zellatmung und der Bildung verschiedener Enzyme eine wichtige Rolle spielt.
Darauf müssen wir bei der Karotte achten
Möhren besitzen einen relativ hohen Zuckeranteil (bis zu vier Gramm Zucker je 100 Gramm), was bei Krankheiten wie beispielsweise Hufrehe, Cushing und EMS (Equines Metabolisches Syndrom) kritisch sein kann. Vor dem Verfüttern sollten die Möhren auf Schimmelbefall und faulige Stellen untersucht werden (Kolik– und Durchfallgefahr). Um das Saftfutter im Winter über einen längeren Zeitraum verfüttern zu können, ist eine sachgerechte Lagerung bei einer Temperatur von zwei bis vier Grad angebracht. Tipp: Wird es draußen kälter, lässt sich mit einer Strohabdeckung die Temperatur gut regulieren.
So werden Möhren richtig gefüttert
Das Gemüse sollte nicht geschnitten werden. Auch kleine Ponys bekommen große Möhren irgendwann klein. Ist die Zerkleinerung jedoch aus irgendwelchen Gründen notwendig, dann empfiehlt es sich, die Karotten längs zu teilen. Schneidet man sie quer in Scheiben, kann es passieren, dass die Pferde die Stücke nicht kauen, sondern direkt hinunterschlucken. Dann droht das Risiko einer Schlundverstopfung.
Bei der Fütterungsmenge sind sich die Futterexperten uneinig. Einige empfehlen eine maximale Tagesration von zwei Kilogramm, andere raten, ein Kilogramm Möhren pro 100 Kilogramm Körpergewicht und Tag zu geben. Wichtig zu wissen: Wer viele Möhren füttern möchte, sollte das Kraftfutter aufgrund des hohen Zuckergehalts des Saftfutters reduzieren.