Pferde stehen unter Solarium © Christiane Slawik

Sehr viele Ställe besitzen mittlerweile Solarien. Gut so! Das Pferd dankt es Ihnen.

Ein Solarium für Pferde arbeitet mit Infrarotstrahlung, die in drei unterschiedliche Wellenlängen unterteilt wird: kurzwellige Infrarot-A-Strahlung, mittelwellige Infrarot-B-Strahlung und langwellige Infrarot-C-Strahlung. Diese unterscheiden sich vor allem in ihrer Eindringtiefe ins Gewebe.

Während Infrarot-B bis in die Dermis (Lederhaut) vordringt, wird Infrarot-C bereits in der obersten Hautschicht, der Epidermis, aufgenommen und hat kaum Tiefenwirkung. Nur das kurzwellige Infrarot-A, auch als nahes Infrarot bekannt, gelangt bis in die Subkutis, also die Unterhaut.

Wann ist ein Solarium für Pferde sinnvoll?

Gerade in der kalten Jahreszeit kann ein Solarium eine sinnvolle Unterstützung für das Pferd sein. Vor dem Training dient es der sanften Erwärmung der Muskulatur, insbesondere im Rückenbereich, nach der Arbeit fördert es die Entspannung und kann Muskelkater vorbeugen. Auch Pferde mit Rückenproblemen wie etwa Kissing Spines profitieren davon, da die Muskulatur vor der Belastung gezielt aufgewärmt wird.

Stark verschwitzte Pferde mit noch erhöhtem Puls sollten jedoch nicht unmittelbar nach dem Training unter das Solarium gestellt werden, da dem Körper sonst zusätzliche Wärme zugeführt wird. Ebenso wichtig ist die korrekte Einstellung der Höhe: Das Solarium darf niemals zu tief hängen, da es sonst schnell zu Überhitzung und Unbehagen kommen kann. Im ungünstigsten Fall drohen Kreislaufprobleme oder Hautreizungen.

Solarium für Pferde richtig anwenden

Der vom Hersteller empfohlene Mindestabstand sollte daher unbedingt eingehalten werden und liegt meist zwischen 60 und 80 Zentimetern. Der Tierarzt Dr. Robert Stodulka empfiehlt in seinem Buch „Medizinische Reitlehre“ eine Anwendungsdauer von etwa zehn bis zwanzig Minuten. Um einen positiven Effekt zu erzielen, sollten sich die behandelten Körperbereiche um mindestens fünf Grad erwärmen. Steigt die Temperatur jedoch um mehr als zwölf Grad, kann dies für das Pferd bereits schmerzhaft werden.

Eine mögliche Alternative zum Solarium stellt das sogenannte Thermium dar – eine Wärmekabine, die ebenfalls mit Infrarotstrahlung arbeitet. Sie erhöht die Hauttemperatur oberflächlich, ohne eine starke Schweißbildung wie in der Sauna auszulösen. In Kombination mit einem Dampferzeuger sind auch Dampfbäder möglich, die sich besonders bei Pferden mit Atemwegserkrankungen bewährt haben.

Thermium: Entspannung auf Knopfdruck

Mittlerweile existieren sogar mobile Thermium-Varianten, die direkt in Pferdeanhängern verbaut sind. Zur Förderung von Durchblutung, Stoffwechsel und Muskelentspannung werden meist Temperaturen zwischen 36 und 38 Grad genutzt, wodurch Elastizität und Losgelassenheit verbessert werden. Soll die Anwendung vor allem der Entspannung und dem Stressabbau dienen, etwa nach einem anstrengenden Turnier, wird die Temperatur auf Raumwärme abgesenkt.

Zusätzlich verfügt das Thermium über eine Farblichttherapie, die zur Regeneration, Stoffwechselanregung und Entspannung eingesetzt wird. Farben und Licht haben einen spürbaren Einfluss auf Stimmung und Wohlbefinden. Dabei kommen vier Farbtöne zum Einsatz: Grün, Blau, Gelb und Rot.

Entspannung durch Wärme und Farbe?

Grünes Licht fördert Entspannung und den Energiefluss, blaues Licht wirkt beruhigend und stressreduzierend. Gelbes Licht hat eine aktivierende Wirkung, während rotes Licht die größte Eindringtiefe besitzt und zur Muskelentspannung beiträgt. Insgesamt eignet sich das Thermium sehr gut zur Vorbeugung und Behandlung von Muskelverspannungen.

Durch die Wärme lockert sich die Muskulatur schneller, weshalb eine Anwendung vor einer osteopathischen Behandlung sinnvoll sein kann – Blockaden lassen sich danach oft leichter lösen. Trockene Hitze sollte dabei 38 bis maximal 40 Grad nicht überschreiten, um eine Überhitzung zu vermeiden.

Bei feuchter Wärme mit einer Luftfeuchtigkeit von etwa 70 Prozent können Pferde hingegen Temperaturen bis zu 50 Grad gut tolerieren. Das Schwitzen unterstützt zudem die Ausscheidung von Schadstoffen, was sich auch bei Ekzempferden positiv auswirken kann.

Für welche Pferde ist das Thermium geeignet?

Darüber hinaus hat die Thermium-Therapie weitere positive Effekte auf den gesamten Organismus. Sie kann die Behandlung von Atemwegserkrankungen unterstützen, da die Wärme den Kreislauf anregt und eine tiefere Atmung ermöglicht. Ätherische Öle oder Medikamente lassen sich so gut inhalieren. Dennoch sollte eine Anwendung immer mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

Insbesondere Herz und Kreislauf müssen vorab überprüft werden, um sicherzustellen, dass das Pferd die Wärme gut verträgt. Ob im Anschluss Ruhe oder leichte Bewegung sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Rehabilitationsstadium ab – häufig ist es ratsam, dem Pferd zunächst Erholung zu gönnen und es erst später locker zu bewegen.

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