Turnierpferd: Ab wann wird die Eintragung Pflicht?


Bild vergrößern Turnierpferd: Warum die Eintragung im LPO-Bereich Voraussetzung ist.

Turnierpferd: Warum die Eintragung im LPO-Bereich Voraussetzung ist. (© Diana Wolfraum)

Im Turniersport gelten formale Anforderungen nicht nur für Reiter, sondern auch für Pferde. Spätestens beim Start im Leistungsbereich stellt sich deshalb die Frage, ob ein Pferd als Turnierpferd eingetragen sein muss.

Ein Turnierpferd ist ein Pferd, das bei der Deutsche Reiterliche Vereinigung offiziell registriert ist, um an Leistungsprüfungen nach der LPO teilnehmen zu dürfen. Mit dieser Eintragung wird das Pferd eindeutig identifizierbar. Starts, Erfolge und Impfstatus können so nachvollzogen und kontrolliert werden.

Wann ein Pferd als Turnierpferd eingetragen werden muss

Ein Turnierpferd muss eingetragen sein, wenn es:

  • an Prüfungen nach der LPO teilnimmt
  • in Klassen startet, die dem Leistungssystem unterliegen

Für Wettbewerbe nach der WBO ist eine Eintragung nicht erforderlich. Genau hier entsteht häufig Verwirrung, da der Begriff Turnier umgangssprachlich sehr weit gefasst wird.

Welche Unterlagen für die Eintragung als Turnierpferd nötig sind

Für die Eintragung als Turnierpferd werden benötigt:

  • der originale Pferdepass
  • ein ausgefülltes Eintragungsformular
  • bei Ponys zusätzlich eine gültige Messbescheinigung

Nach der Registrierung muss das Turnierpferd jährlich fortgeschrieben werden.

Warum die Fortschreibung eines Turnierpferdes wichtig ist

Die jährliche Fortschreibung stellt sicher, dass:

  • der Impfstatus aktuell ist
  • das Pferd weiterhin startberechtigt ist
  • alle Daten korrekt geführt werden

Ohne gültige Fortschreibung ist ein Start im LPO-Bereich nicht zulässig.

WBO, LPO und Turnierpferd – ein häufiger Irrtum

Viele Reiter gehen davon aus, dass jedes Pferd auf einem Turnier eingetragen sein muss. Das stimmt nicht. Entscheidend ist nicht das Turnier, sondern die Art der Prüfung. WBO-Wettbewerbe sind bewusst niedrigschwellig gehalten. LPO-Prüfungen hingegen setzen eine vollständige Registrierung voraus.

Die Eintragung als Turnierpferd dient nicht der Bürokratie, sondern der Transparenz und dem Pferdeschutz. Sie ermöglicht Kontrollen, verhindert Doppelstarts unter falschen Angaben und sorgt für ein nachvollziehbares Leistungssystem. Gerade im Leistungsbereich ist diese Nachvollziehbarkeit ein zentraler Bestandteil von Fairness.

Für wen die Eintragung relevant ist

Die Eintragung betrifft alle Reiter, die:

  • regelmäßig LPO-Prüfungen reiten möchten
  • mit einem Pferd langfristig im Turniersport aktiv sind
  • Leistungsklassen aufbauen wollen

Für Einsteiger im WBO-Bereich ist sie hingegen noch kein Thema.

Warum die Eintragung mehr ist als eine Formalie

Ein Turnierpferd wird nicht eingetragen, weil es vorgeschrieben ist, sondern weil der Turniersport auf klaren, überprüfbaren Grundlagen basiert. Die Eintragung schafft Ordnung, schützt das System und stellt sicher, dass sportliche Leistungen korrekt zugeordnet werden. Wer den Einstieg in den Turniersport plant, sollte diese Entscheidung bewusst treffen – nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Verständnis für das System.

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