Aachen liegt ihr: Anna Mareike Meier im Jahr 2025.
Man muss es ganz klar sagen: Im Vierspänner-Fahren ist Deutschland nicht Top-Favorit. Aber wir hoffen wirklich auf die ersehnte Medaille im eigenen Land, die sich das Team als Ziel gesetzt hat. Und wer weiß, vielleicht wachsen unsere Fahrer ja auch über sich hinaus? Am Donnerstag geht es mit der Dressur los, dann folgt am Samstag der Marathon und am Sonntag die Entscheidung im Kegelfahren.
Aber werfen wir doch einen Blick auf unsere Top 3:
Niederlande
Schon seit Jahren geht im Vierspännerfahren fast alles über diese Nation. Und wer könnte ihnen das verdenken? Da wäre einmal die Fahrsport-Dynastie Chardon. Schon 1990 gewann IJsbrand Chardon seine allererste WM-Medaille bei den Spielen in Stockholm. 2006 in Aachen war eis Einzelsilber. Vor vier Jahren gab es Gold mit der Mannschaft und Silber im Einzel in Pratoni für die Legende. Sein Sohn Bram ist ihm mittlerweile mehr als ebenbürtig. Gemeinsam mit Koos de Ronde bilden sie das Team der Niederlande. Bram ist der aktuelle Einzel-Europameister. Koos, Bram und IJsbrand sind die Europameister aus Lähden 2025 mit dem Team. Noch Fragen? Wer Gold will – egal ob mit der Mannschaft oder im Einzel – muss an ihnen vorbei!
Deutschland
Und Deutschland möchte natürlich vorbei! Unmöglich? Wer weiß, was der Heimvorteil in Aachen möglich macht! Und eine Legende haben wir auch: Christoph Sandmann. Der war nämlich schon in Aachen 2006 Teil des Goldteams und sicherte sich zudem Einzelbronze. Da werden Erinnerungen wach? Hoffentlich! Denn mit Tochter Anna hat er dieses Mal familiäre Verstärkung am Start. Die Sandmanns waren im vergangenen Jahr bei der WM in Lähden mit Team-Bronze für Anna sowie Silber für Einzelfahrer Christoph hocherfolgreich. Anna Mareike Meier komplettiert in Aachen die Mannschaft. Sie war 2025 mit im Bronze-Team und 2022 gewann sie Silber bei der WM in Pratoni. Immer nah dran, aber am Ende nie ganz oben? Das kann sich in Aachen ändern! Nach 20 Jahren wieder Gold? Mit Sicherheit ein Ziel dieses Teams! Übrigens haben wir auch noch zwei Einzelfahrer: Georg von Stein und Rene Poensgen.

Oder hat da Deutschland um Legende Christoph Sandmann was dagegen? (© www.sportfotos-lafrentz.de/Dirk Caremans)
Belgien
Sie sind definitiv ein ernster Kandidat auf Gold und in jedem Fall auf eine Medaille. Im vergangenen Jahr in Lähden gab es EM-Silber für Belgien. Glenn Geerts und vor allem Dries Degrieck sind mittlerweile Stars der Szene. Beispielsweise gewann Degrieck in diesem Jahr das Weltcup-Finale in Bordeaux gegen die Legende aus Australien Boyd Exell. Bei der EM im vergangenen Jahr gab es Einzel-Bronze. Spätestens seitdem weiß man, dass Degrieck und Belgien ganz oben angekommen sind. Aber auch in Pratoni gab es schon Bronze für Belgiens Vierspänner.
Die Joker
Eigentlich ist an den Top 3 bei den Vierspännern nicht viel zu deuteln. Allerdings hat die Schweiz bei optimalem Verlauf Chancen auf Edelmetall. Im Einzel gilt dasselbe für Jérôme Voutaz. Für die USA besteht ebenfalls eine kleine Chance auf Edelmetall mit dem Team. Und auch Chester Weber könnte wieder einmal eine Medaille abbekommen.
Doch der Favorit im Einzel ist und bleibt der legendäre Boyd Exell aus Australien mit seinem Gespann. Sechsmal holte er Einzelgold. Schlagen konnte das bislang keiner, auch wenn IJsbrand Chardon dem mit vier Titeln schon recht nahe kommt.


