Meredith Michaels-Beerbaum und Brianne Beerbaum. © S: Lafrentz

Meredith Michaels-Beerbaum und Brianne Beerbaum.

War nicht so schwer, oder? Wir sprechen natürlich von Brianne Beerbaum. Noch sind es nicht auf den Tag genau 20 Jahre, dass ihre Mutter in Aachen Bronze mit dem Team und im Einzelspringen gewann. Denn damals fand die Eröffnungsfeier erst am 20. August statt, die Springreiter waren in Woche zwei dran. Und doch feiern wir mit Brianne heute einen ganz besonderen Moment. (Fast) 20 Jahre nach ihrer Mutter wird auch sie im großen Hauptstadion einreiten. Gemeinsam mit Max Paschertz ist sie unterwegs. Der ist 20, war damals bei der WM also im Windelalter. Brianne ist 16. Sie kam sechs Monate vor den Weltreiterspielen in Lexington/Kentucky zur Welt. Damals gewann ihre Mutter auf Checkmate mit dem deutschen Team um Marcus Ehning, Janne Friederike Meyer-Zimmermann und Carsten-Otto Nagel die Goldmedaille. Die letzte Team-Goldmedaille, die Deutschland erringen konnte wohlgemerkt.

Brianne Beerbaum und Kiss Me

Viel Kampfgeist bei Brianne Beerbaum und Kiss Me. (© S. Lafrentz)

„Wir haben es in der eigenen Hand“

Das sagte Otto Becker gestern. Der war damals 2010 auch schon Bundestrainer. Vor 20 Jahren in Aachen übte die Aufgabe noch Kurt Gravemeier aus. Ja, heute könnte es wieder Gold geben. Aber nur, wenn Sophie Hinners und Singclair, Daniel Deußer und Otello de Guldenboom, Marcus Ehning und Coolio sowie Richard Vogel und United Touch weiter so souverän auftreten. Denn die Konkurrenz um die Vereinigten Staaten, Belgien, Italien und auch den weiteren sechs Teams in der Endrunde sitzt ihnen im Nacken. Und Parcourschef Frank Rothenberger hat jetzt, wo die Randnationen nur noch mit ihren besten Einzelreitern dabei sind, sicherlich eine andere Aufgabe in petto als gestern. Das Flutlicht heute Abend ab 18:30 Uhr kommt dazu. Aber das kennen die deutschen Pferde. Und das ganze nahezu ausverkaufte Hauptstadion dürfte ihnen die Daumen drücken und eine einmalige Atmosphäre schaffen.

Sophie Hinners und Singclair

Sophie Hinners und Singclair (© www.sportfotos-lafrentz.de/Dirk Caremans)

Silber und Bronze für die Paras

Diese haben gestern mit Sicherheit auch die Paras im Voltigierstadion erlebt. Wenn auch hier die Zuschauer immer noch gering sind. Das ist schade, das haben sie anders verdient. Hoffentlich werden es mehr über die kommenden Tage. Denn sie sind absolute Medaillengaranten. Gestern gab es Silber für Anna-Lena Niehues in Grade IV und Bronze für Regine Mispelkamp in Grade V mit ihren wunderbaren Pferden Vive l’Amour und Highlanders Delight’s. Heute beginnt der Nationenpreis über zwei Tage mit den Grades III I und III. Um 10:18 Uhr ist Heidemarie Dresing mit ihrer Poesie dran, unsere Weltmeisterinnen. Mal sehen, ob die beiden uns wieder wie ein wundervolles Gedicht verzaubern.

Anna Lena Niehues

Außerdem heute im Tagesprogramm: Die Vierspänner. Hier liegt Christoph Sandmann nach einem tollen Auftritt gestern in der Dressur geteilt mit seinem Konkurrenten von 2006 und gutem Freund IJsbrand Chardon auf Platz zwei hinter dem Belgier Dreis Degrieck. Heute gilt es für Anna-Mareike Meier und für Christoph Sandmanns Tochter Anna. Deutschland ist das einzige Team mit zwei Damen.

„Ich habe die Bronzeritte meiner Mama gesehen“

Das findet auch Brianne gut. Frauen in Männerdomänen, das war 2006 sehr ungewöhnlich. Ihre Mutter war Vorreiterin. Die erste Frau in einem deutschen Springreiter-Team, die erste Frau an der Spitze der Weltrangliste. Bis heute sind weitere gefolgt: Janne-Friederike Meyer-Zimmermann, Laura Klaphake, Einzel-Weltmeisterin Simone Blum, Jana Wargers und jetzt Sophie Hinners, die aktuell Platz zwei im Einzelklassement einnimmt.

Wor haben Brianne drei Fragen für den HOOFORIA-Wachmacher gestellt:

Was macht das mit dir heute auch selbst hier zu stehen und selbst da reinzureiten?

Es ist wirklich einfach ein Traum! Ich habe es nicht erwartet, dass ich dieses Jahr schon dabei sein kann. Undich freue mich einfach riesig, dass ich endlich auf dem großen Platz in Aachen reiten darf. Ein Traum. Wirklich.

Hast du dir die Ritte von damals auch mal angeschaut, mit dem berühmten Pferdewechsel?

Ja, die habe ich gesehen. Das war auf jeden Fall sehr cool. Auch ganz anders als jetzt mit dem Pferdewechsel und sehr spannend. Ich weiß, dass es für viele Pferde ein bisschen schwierig war und es auch ganz schön viel Springen war für die Pferde. Aber es war schon was Einzigartiges. Wenn ich es jetzt auch mindestens genauso spannend finde! Und vielleicht schon besser für die Pferde, auch wenn das alles tolle Reiter waren, die wussten, wie man mit ihnen umgeht.

Was sind drei Orte, die für dich eine ganz besondere Bedeutung haben?

Ich bin hier schon in der Halle geritten und im Fahrstadion letztes Jahr auf der Deutschen Meisterschaft und dann natürlich auch der Kids Club. Da war ich früher, habe ich meine Mutter geguckt und dann zwischen den Springen viel Spaß gehabt.

Freut sich schon drauf, in Aachen wieder zu jubeln: Brianne Beerbaum.

Freut sich schon drauf, in Aachen wieder zu jubeln: Brianne Beerbaum. (© S. Lafrentz)

Noch ganz viel mehr mit und über Brianne findet ihr auf der HOOFORIA Website, in der nächsten Printausgabe von HOOFORIA und im Reel bei Instagram.

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