So wünscht man es sich: Vertrauensvolle Ruhe auf der Weide.
Hooforia hatte bereits darüber berichtet: Angegriffen wurden in Lewitz fast ausschließlich wertvolle, überwiegend tragende Zuchtstuten. Drei von ihnen erlagen ihren schweren Verletzungen. Drei weitere Tiere konnten gerettet werden und befinden sich außer Lebensgefahr.
Veterinärmedizinische Untersuchungen ergaben massive äußere sowie innere Verletzungen im Bauchraum. Die Art der Verletzungen lassen sich nur durch menschliche Gewalt erklären, Attacken durch Wildtiere können sicher ausgeschlossen werden.
Der erste Fall wurde am 11. September entdeckt, der vorerst letzte am 11. Oktober. Auffällig dabei: Die Angriffe ereigneten sich zumeist an Wochenenden. Ein erster Hinweis auf den Täter und dessen Lebensrhythmus?
Große Hoffnung durch Zeugenbeobachtung
Wer sich für die grausamen Taten verantworten muss, ist bislang noch völlig unklar. Aus ermittlungstaktischen Gründen hat die Polizei Schwerin eine Nachrichtensperre mit den Gestütsmitarbeitern vereinbart. Derzeit läuft die Suche nach möglichen Zeugen und deren Befragung auf Hochtouren. Simone Schneider, Prokuristin im Unternehmen Schockemöhle äußerte sich HOOFORIA gegenüber dazu wie folgt:
Wir hoffen sehr, dass sich noch viele weitere Zeugen melden. Auch wenn sich das Ganze im Naturschutzgebiet ereignete, sind dort doch immer Touristen unterwegs.
Auch in die Beobachtungen von Naturforschern wie beispielsweise Vogelkundlern legt man bei der Polizei und im Team Lewitz große Hoffnung.
Man wundert sich, wie viel auch in scheinbar menschenleerem Gebiet beobachtet wird und das wirklich sehr genau.
Fluch und Segen – Pferde vertrauen weiterhin
Wir stehen alle unter Schock, und wenn man darüber nachdenkt, kommen einem schon noch die Tränen.
Zum Glück haben alle nicht betroffenen Pferde der angegriffenen Herden die tierquälerischen Übergriffe auch mental unbeschadet überstanden. Simone Schneider betont:
Unsere Pferde sind alle sehr personenbezogen und haben volles Vertrauen in den Menschen. Das hat sich durch die Vorfälle nicht geändert.
Dieses uneingeschränkte Zutrauen sei einerseits wichtig und gut. Schließlich sollen die Pferde ja als Partner des Menschen in Sport und Freizeit aktiv sein, andererseits begünstige dieses gutgläubige Verhalten natürlich auch solch schreckliche Übergriffe. Obwohl die Tiere auf Lewitz keine Halfter, sondern Kunststoffringe mit Kennzeichnungsziffern um den Hals tragen, muss es dem Täter gelungen ein, die Nähe der Tiere zu gewinnen und sie dann für den Moment des Angriffs zu fixieren. Und das gleich mehrfach. Ob das für jemanden machbar ist, der von Pferden keinerlei Kenntnis hat, darf angezweifelt werden.
Schockemöhle im Visier, feige Angriffe auf seine Pferde
Dass sich die Angriffe vermutlich gegen das Unternehmen Schockemöhle oder auch gegen die Person Paul Schockemöhle richten kann angenommen werden. Schon mehrfach wurden Attentate gegen Lewitz gefahren und anderem in Form von Brandanschlägen. Schockemöhle selber nennt den Täter „einen Kranken, der wehrlosen Tieren Qualen zufügt“.