Janne Friederike Meyer-Zimmermann und High Level im Jahr 2024.
Janne Friederike Meyer-Zimmermann, die seit der Gründung des reinen Frauen-Teams der Iron Dames zu Beginn des Jahres 2024 mit dabei war, überraschte gestern Abend mit ihrem Ausstieg. Als Begründung gab sie eine lange Erklärung heraus, welche ihre Haltung darlegt. Es ist eine Begründung, die bewegt und die nachdenklich stimmt. Eine Begründung, welche man so im aktuellen Spitzensport selten findet.
Fakt ist, dass Janne Friederike Meyer-Zimmermann mit dem dritten Platz in Cannes in der Global Champions Tour am vergangenen Wochenende ihren letzten Auftritt für die Iron Dames hatte. Und dass die Iron Dames Pferde High Level und Just a Dream bereits ihren Stall verlassen haben. Die Zusammenarbeit im Team der französischen Rennfahrerin Deborah Mayer ist damit beendet.
Folgendes Statement gab Janne Friederike Meyer-Zimmermann auf ihren Social Media Kanälen heraus:
„Ausgeträumt –
Pferde sind keine Rennwagen
Ich bin Iron Dames Fan der ersten Stunde.
Der Gedanke Frauen in Männer dominierten Sportarten zu unterstützen ist und bleibt großartig!
In der vergangenen Woche haben Iron Dames High Level und Iron Dames Just a Dream unseren Stall verlassen.
Ich hänge sehr an den beiden Pferden, da wir über die letzten Jahre viel Zeit und Herzblut in die Partnerschaft und gemeinsame Zukunft investiert und behutsam auf große Ziele hingearbeitet haben.
Es bestehen unterschiedliche Auffassungen in der sportlichen Planung und im Umgang mit den Pferden, unter anderem darüber, ob ein Pferd an Turnieren teilnehmen sollte, von dem der behandelnde Tierarzt vorgibt, dass es nur leichte, nicht belastende Dressurarbeit machen darf oder ab wann ein Pferd genug Turniere bestritten und ausreichend Preisgeld gewonnen hat.
Erfolg darf niemals auf Kosten der Pferde entstehen
Meine Philosophie und Vorstellung von Horsemanship ist eine andere … Ich bin leidenschaftliche Pferdezüchterin und Profi-Springreiterin seit vielen Jahren.
Bestimmt habe in meinem Reiterleben nicht alles richtig gemacht, versuche bis heute mein Reiten zu verbessern und trotz meiner langjährigen Erfahrung passiert es, dass ich Situationen falsch einschätze oder im Parcours im Bruchteil einer Sekunde falsch entscheide. Ich weiß, dass meine Pferde für mich immer alles tun und wir gemeinsam als Paar über uns herauswachsen können.
Mein kleiner Cellagon Lambrasco steht mit seinen 28 Jahren bei uns auf der Weide und erfreut sich seines Lebens und unser erstes selbstgezüchtetes und selbst ausgebildetes Grand Prix Pferd Callistro ist letztes Jahr 31jährig bei uns auf der Weide friedlich eingeschlafen.
Gerade im Spitzensport ist es wichtig sich seiner Vorbildfunktion bewusst zu sein, Verantwortung zu übernehmen und Pferden die Zeit zu geben, die sie für ihre Entwicklung und Gesundheit benötigen, sowie regelmäßige Pausen und erforderliche Rehabilitationsphasen einzuhalten.
Selbstverständlich möchte jeder, der zum Turnier fährt, gut und erfolgreich sein und natürlich freut man sich gemeinsam mit Pferdebesitzern, wenn die Pferde durch Siege oder Platzierungen viele Erfolge erzielen oder Preisgeld gewinnen.
Aber Erfolg darf niemals auf Kosten der Pferde entstehen!
Pferde sind keine Rennwagen.
Pferde sind unsere Partner, Freunde oder auch Teil der Familie.
Ich möchte mich bei meinem Team zuhause, meinen langjährigen vertrauten Pferdebesitzern aber auch bei einigen Mitgliedern der Iron Dames Gruppe, für die Unterstützung in dieser Situation bedanken!
Meinen Teamkolleginnen wünsche ich viel Glück und hoffe, dass sie diese Saison wieder so erfolgreich sind, wie wir es in den letzten beiden Jahren waren.“
Das finde ich bewundernswert! Wenn doch alle so dächten!