Viva Weltina, Bundeschampionesse der fünfjährigen Dressurpferde © Dr. Tanja Becker/Equitaris

Viva Weltina, die neue, strahlende Bundeschampionesse der fünfjährigen Dressurpferde unter Carola Koppelmann.

Bei den fünfjährigen Dressurpferden messen sich Hengste, Wallache und Stuten gemeinsam im Viereck. Bei derartig sportlichen Spitzenleistungen, wie wir sie in diesem Finale zu sehen bekommen haben, entschieden schließlich minimale Nuancen über die Platzierung.

Mit am Richtertisch saß Nicole Nockemann, die bei der Kommentierung der Ritte durchaus auch mal ins Schwärmen geriet und das erfreuliche Niveau der Prüfung auf den Punkt brachte. 

Frühe Führung: Le Noir 51 und Justine Ludot legen vor 

Als allererstes Paar das Viereck einer derart besetzten Konkurrenz zu betreten, ist eine mentale Herkulesaufgabe. Justine Ludot und der eindrucksvolle Rapphengst mit dem passenden Namen Le Noir 51 von Life Time aus einer Desperados-Mutter und im Besitz der Domus Equus Niedner SC, meisterten die Aufgabe mit Bravour. Der von Antonius Richter gezogene Hengst bestach nicht nur durch seine Eleganz und Leichtfüßigkeit, sondern auch durch seine Einstellung und Versammlungsbereitschaft.

Die Richter belohnten sowohl die elastische Trabarbeit als auch den Galopp sowie den Gesamteindruck mit einer glatten 9,0. Für den Schritt gab es die Wertnote von 8,5 und für die Durchlässigkeit eine 8,8. Insgesamt wurde der Auftritt mit einer 8,86 belohnt. Das war die Führung für dieses Paar und lange schien es so, als würden die anderen Starter nicht auf die Überholspur gelangen. Doch dann betrat Viva Weltina die ClipMyHorse.TV-Arena. 

Neue Bundeschampionesse: Viva Weltina unter Carola Koppelmann nicht zu schlagen

Nach Platz zwei in der Finalqualifikation mit einer Gesamtwertnote von 8,68 setzten Carola Koppelmann und Viva Weltina im Finale noch eins drauf und tanzten souverän zum Titel der Bundeschampionesse. Die edle Hannoveraner Stute von Viva Gold aus einer Dante Weltino-Mutter ist im Besitz von Ralf Hartmann. Züchterin ist Marietta Kappelhoff-Dorenkamp.

Zu Beginn der zweiten Abteilung zündete im Viereck ein regelrechtes Notenfeuerwerk. Für den Trab gab es eine 9,6, für den Galopp eine 9,3, der Schritt wurde mit 8,6 bewertet. Und dann die Durchlässigkeit, für die es eine phänomenale 9,7 gab. „In Sachen Durchlässigkeit sind wir nah an der absoluten Höchstgrenze“, sagt Nicole Nockemann. Zusammen mit einer 9,5 für den Gesamteindruck erritt Carola Koppelmann mit Viva Weltina eine Gesamtwertnote von 9,34. 

Reitkultur auf höchstem Niveau bei den fünfjährigen Dressurpferden

Eine Vorstellung, die verbindet, was wir sehen wollen: Reitausbildung, Harmonie, Vertrauen und Mentalität. Der Trabablauf hat so ein hohes Maß an Natürlichkeit mit sportlichem Engagement aus einer ganz sicher tragenden Hinterhand.
– Nicole Nockemann 

Bereits 2024 hatte die Bewegungskünstlerin Viva Weltina als Dreijährige in Warendorf ihr gewaltiges Potenzial angedeutet. Und jetzt trägt sie den Titel der Bundeschampionesse der fünfjährigen Dressurpferde. Für die Richter war das Reitkultur auf allerhöchstem Niveau. Ein einziges Mal schienen sie jedoch noch genau abzuwägen. Nach der Vorstellung von Janina Tietze und Benjamin Franklin wurde der Titelkampf zur Zitterpartie. 

Vize-Bundeschampion und Spitzensportler mit dem richtigen Mindset

Wenn Benjamin Franklin durch das Viereck trabt, kann man nur staunen. Nach seinem Auftritt wurde es im Publikum still. Entspannt drehte der Hannoveraner Hengst von Bon Vivaldi aus einer Royal Blend-Mutter, gezogen von Wilhelm Kamps, währenddessen am langen Zügel im Schritt seine Runden. Das Ergebnis ließ auf sich warten. „In diesen Momenten müssen wir uns als Richtergremium austauschen und wirklich auf Nuancen achten“, erklärte Nicole Nockemann die eher ungewöhnlich lange Wartezeit.

Dann wurden die ersten Teilnoten bekanntgegeben. Mit einer 9,7 für den Trab stand Benjamin Franklin wirklich zunächst eine Nuance besser da, als Viva Weltina. „Das Pferd will arbeiten, ist leistungsbereit und nah am Ideal. Wir müssen klein und detailliert gucken, um die Pferde miteinander vergleichen zu können, denn wir haben hier einfach ein extrem hohes Niveau“, sagte Nicole Nockemann. Auch im Schritt wurde der Celler Landbeschäler mit einer 8,8 besser benotet. Ebenso erhielt er für den Galopp mit der unerschütterlichen Bergauftendenz die Tageshöchstnote von 9,6 für diese Gangart.

Das kostete bei den fünfjährigen Dressurpferden Zehntel in der Note

Ein absoluter Spitzensportler, der auf dem richtigen Weg ist, mit einem tollen Mindset und ritterlich auf Bestmaß gefördert wird!
-Nicole Nockemann 

Doch drei sehr gute Grundgangarten machen noch keinen Bundeschampion. Und je höher die Klasse, desto höher auch die sportlichen Anforderungen. Schlussendlich war es eine kleine Unsicherheit im Außengalopp sowie im einfachen Wechsel, die wertvolle Zehntel in der Durchlässigkeit kostete.

Eine 8,8 im Vergleich zu Viva Weltinas 9,7 machte den Unterschied, auch wenn beide Pferde mit einer 9,5 für den Gesamteindruck belohnt wurden. Am Ende gab es eine Gesamtwertnote von 9,27 für Benjamin Franklin und den Titel des Vize-Bundeschampions. Ob wir uns im Jahr 2027 auf diese Ausahmetalente in der Klasse M freuen können? Wir werden es sehen!

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