Sieger Pieter Devos bei seinem Moment mit Casual vor den Pyramiden.
Wir erinnern uns kurz an die letzte Etappe der Global Champions Tour im Circus Maximus in Rom. Dort war es der gebürtige Ägypter und für Belgien startende Führende in der Tour, Abdel Said, der sich über den ganz großen Triumph freuen durfte. Ihm unterlief nun ausgerechnet in seiner Heimat ein Abwurf. Man konnte das Publikum förmlich aufstöhnen hören, hatten ihm doch besonders viele fest die Daumen gedrückt. Doch für Abdel Said sollte es ein Happy End geben. Er war mit seiner 13 Jahre alten Stute Bonne Amie rasend schnell unterwegs, sodass ihm noch eine Platzierung als 13. sicher war. Das wiederum bedeutete, dass er seine Führung in der Einzelwertung aufrecht erhalten konnte, sondern dass es mathematisch unmöglich ist, ihn noch zu überholen.
Die Global Champions Tour Saison 2026 hat also einen Sieger: Abdel Said!
Ich kann es ehrlich gesagt immer noch nicht glauben. Ich war mir im Klaren darüber, dass es nächste Woche in Rabat auf die letzte Etappe hinauslaufen würde, also war ich darauf vorbereitet. Dann sagten sie mir, dass ich es heute möglicherweise gewinnen könnte, und da wird man natürlich aufgeregt und nervös. Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Pferde und mein Team.
Pieter Devos gewinnt vor den Pyramiden
Doch der belgische Triumphzug endete damit noch lange nicht. Schließlich war es Saids WM-Teamkollege Pieter Devos, der am Ende vor den Pyramiden in der Global Champions Tour ganz vorne stand. Er war schon in Rom als Zweiter großartig unterwegs gewesen. Doch auch so ein Sieg in Kairo bringt natürlich jede Menge Preisgeld. Genauer waren es 330.000 Euro. Eine nie dagewesene Summe für Devos und die elfjährige Stute Casual DV Z, die ihn schon bei der WM zu Silber mit dem Team getragen hatte. Und da Belgien offenbar Doppelsiege mag, wie Rom ja schon eindrucksvoll beweisen hat, gelang dies auch in Kairo. Platz zwei ging diese Mal an Olivier Philippaerts, Zwillingsbruder von Nicola, und den zehnjährigen schwedischen Wallach Hipster.
Pieter Devos fühlte sich vom Sieg überwältigt:
Ich bin unglaublich glücklich mit meinem Pferd! Sie hat das wirklich verdient! Casual hat in diesem Jahr sechs Fünf-Sterne-Grand-Prix-Podiumsplätze geholt, und jetzt konnten wir dem Ganzen mit einem fantastischen Sieg die Krone aufsetzen. Sie ist ein unglaubliches Pferd und kämpft immer für mich. Dass wir dies jetzt noch so krönen können, ist einfach unglaublich … und das an diesem fantastischen Ort! Gänsehaut! Dieses Podium steht direkt vor den Pyramiden, und am ersten Tag dachte ich mir: Es wäre schön, beim Grand Prix auf diesem Podium zu stehen und dann ein schönes Foto mit den Pyramiden im Hintergrund zu machen … Ich bin heute sehr, sehr glücklich!
Das Besondere an Casual DV Z ist übrigens, dass sie von Devos selbst gezüchtet wurde.
Es ist einfach eine ganz besondere Geschichte mit diesem Pferd. Wir haben sie gemeinsam mit unserer Familie gezüchtet und den gesamten Weg mit Casual vom Fohlen bis hin zur heutigen Grand-Prix-Siegerin begleitet. Es ist fantastisch, dass man diese Bindung zu einem Pferd aufbauen und es bis an die Weltspitze führen kann – es ist wirklich etwas Besonderes, dass man das schaffen kann, und was sie mir dafür zurückgegeben hat, ist einfach unglaublich.
Marco Kutscher Fünfter
Das Nachsehen hatten Ben Maher und Point Break, die sich auf dem dritten Platz einreihten. Dann folgten schon wieder die Belgier, dieses Mal mit Niels Bruynseels und der Stute Oaky Flandria. Und dann entdeckt man den ersten deutschen Springreiter in der Liste. Marco Kutscher war auf Pikeur Lemar NRW unterwegs, mit dem er schon in der Global Champions League ganz oben stand – und den Gesamtsieg gemeinsam mit Maximilian Weishaupt vorzeitig sicherte. Auch diese beiden kamen mit einer Doppelnullrunde nach Hause. Dies war dem zweiten deutschen Paar im zwölf Paare zählendenden Stechen nicht gelungen. Christian Kukuk und Checker kamen mit der schnellsten Zeit, aber zwei Abwürfen ins Ziel.
Maximilian Weishaupt und Zuccero HV, Daniel Deußer und Otello de Guldenboom, Sophie Hinners und Combella sowie Marcus Ehning und Coolio hatten allesamt im Umlauf einen Abwurf hinnehmen müssen.
Die erste Prüfung des Tages aus dem Rahmenprogramm, ein Springen über 1,45 Meter, hatte Maximilian Weishaupt mit der zehnjährigen Stute Cosmo von Imhoff für sich entschieden. Marcus Ehning und Askala NRW ritten auf Platz fünf.
Damit geht die Global Champions Tour in Kairo zu Ende. Es war eine umstrittene Veranstaltung, die großen Pomp und eine spektakuläre Kulisse mit sich brachte. Ob sie langfristig, wie von den Tour-Veranstaltern und der ägyptischen Föderation angekündigt, etwas für die Touristen-Pferde, -Esel und -Kamele an den Pyramiden ändern wird, bleibt abzuwarten.

Einmal vor den Pyramiden jubeln: Für Devos, Philippaerts, Maher wurde dieser Traum wahr. (© Stefano Grasso/LGCT)
Aber es war auch eine Veranstaltung mit zwei verdienten vorzeitigen Siegern: Riesenbeck International und Abdel Said.
Alle Ergebnisse der Veranstlatung aus Kairo gibt es hier.

