Kontrolle der Zähne vom Pferd © www.arnd.nl/Dijk

Alle Zähne müssen so zueinander stehen, dass das Pferd diese beim Kauen hin- und herschieben kann.

Muskel– und Gelenkprobleme bis in die Hinterhand sowie Rittigkeitsprobleme können ihre Ursache in schmerzenden Zähnen haben. Steigen, Kopfschlagen, mangelnde Losgelassenheit oder Schwierigkeiten beim Versammeln sind typische Alarmsignale.

Viele Zahnprobleme entstehen schleichend

Pferde sind Meister darin, Schmerzen lange zu kompensieren. Sie kauen dann beispielsweise vermehrt auf einer Seite oder verändern unauffällig ihr Verhalten. Erst wenn sie das Fressen einstellen oder deutliche Abwehrreaktionen zeigen, ist das Problem häufig schon weit fortgeschritten und eine Zahnbehandlung beim Pferd unausweichlich. Dass Zahnprobleme heute häufiger auftreten als bei Wildpferden, hängt unter anderem mit den veränderten Haltungs– und Fütterungsbedingungen zusammen.

Die Zähne des Pferdes haben sich im Laufe der Evolution an ein Leben als Weidetier angepasst. Bei Wildpferden, die viele Stunden am Tag grasen, nutzen sie sich gleichmäßig ab. Unsere domestizierten Pferde dagegen zeigen deutlich häufiger einen verminderten Zahnabrieb. Scharfe Kanten oder Spitzen können die Folge sein und Verletzungen an der Maulschleimhaut oder Zunge verursachen. Umso wichtiger sind regelmäßige Zahnkontrollen. Sie helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln – oft noch bevor sie sich beim Fressen oder unter dem Reiter bemerkbar machen. Denn gesund beginnt beim Pferd tatsächlich im Maul.

Warum braucht ein Pferd überhaupt eine Zahnbehandlung?

Pferdezähne unterscheiden sich grundlegend von unseren. Während die Zähne des Menschen eine vergleichsweise kurze Krone besitzen, die ein Leben lang halten muss, verfügen Pferde über eine sehr lange Zahnkrone. Im Maul sichtbar ist davon allerdings nur ein kleiner Teil. Der weitaus größere Abschnitt, die sogenannte Reservekrone, liegt im knöchernen Zahnfach verborgen und wird im Laufe des Lebens nachgeschoben.

Das ist auch notwendig, denn Pferdezähne nutzen sich ständig ab. Beim Zerkleinern des Futters bewegen sich die Backenzähne kreis- beziehungsweise ellipsenförmig gegeneinander. Dabei werden jedes Jahr etwa drei bis vier Millimeter Zahnsubstanz abgerieben. Solange ausreichend Zahn aus dem Kiefer nachgeschoben wird und sich die Zähne gleichmäßig abnutzen, bleibt ihre Höhe konstant und das Pferd kann problemlos kauen.

Wie funktioniert das Gebiss eines Pferdes?

Eine weitere Besonderheit ist der Aufbau der Kaufläche. Anders als beim Menschen ist der Zahn nicht vollständig von Zahnschmelz umgeben. Stattdessen bildet der Zahnschmelz auf der Kaufläche erhabene Linien, die mit Dentin ausgefüllt und von Zahnzement umgeben sind. Weil der harte Zahnschmelz langsamer abgerieben wird als die übrigen Zahnsubstanzen, entsteht eine raue, fast holzraspelartige Oberfläche. Sie sorgt dafür, dass Gräser und anderes Raufutter effizient zerkleinert werden können.

Probleme entstehen, wenn sich die Zähne nicht mehr gleichmäßig abreiben. Schon kleine Fehlstellungen können dazu führen, dass einzelne Bereiche keinen passenden Gegenspieler mehr haben. Diese Zahnanteile werden nicht ausreichend abgenutzt und wachsen im Verhältnis zu weit heraus. Es entstehen scharfe Kanten, Haken oder Rampen, die die natürliche Kaubewegung einschränken und Schmerzen verursachen können.

Welche Folgen können unbehandelte Zahnprobleme haben?

Zahnprobleme machen sich längst nicht immer zuerst beim Fressen bemerkbar. Häufig fallen Pferde zunächst durch Veränderungen unter dem Reiter auf. Sie gehen nicht mehr losgelassen, wehren sich gegen den Zügel, schlagen mit dem Kopf oder lassen sich auf einer Seite schlechter stellen. Manche Pferde beginnen plötzlich zu steigen oder nehmen das Gebiss nicht mehr an. Nicht selten steckt dahinter eine schmerzhafte Veränderung im Maul.

Die Ursache liegt häufig darin, dass sich die Zähne nicht mehr ungehindert gegeneinander bewegen können. Entstehen beispielsweise scharfe Kanten oder Haken, wird die natürliche Kaubewegung eingeschränkt. Der Kiefer kann nicht mehr ausreichend vor- und zurückgleiten, wodurch Druck und Schmerzen entstehen. Das Pferd versucht, diesen Schmerzen auszuweichen – zunächst beim Kauen, später oft auch beim Reiten.

Pferd steigt mit Reiter

Plötzlich zum Steiger geworden? Es könnte an den Zähnen liegen… (© www.galoppfoto.de)

Zahnbehandlung wirkt sich beim Pferd positiv auf den Rücken aus

Die Folgen reichen jedoch weit über das Maul hinaus. Kann ein Pferd nicht mehr richtig kauen, verspannen sich zunächst die Kaumuskeln. Da diese über das Zungenbein, den Unterkiefer und den ersten Halswirbel mit der Halsmuskulatur verbunden sind, können sich die Verspannungen bis in den Schultergürtel fortsetzen. Gute Anlehnung und Losgelassenheit werden dadurch zunehmend schwieriger. Geht das Pferd gleichzeitig gegen das Gebiss und macht sich im Genick fest, verkrampft sich zusätzlich die Streckerkette im Rücken. Im weiteren Verlauf kann sogar die Beweglichkeit der Hinterhand eingeschränkt werden.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Wird das Futter aufgrund von Zahnproblemen nicht ausreichend zerkleinert, leidet auch die Verdauung. Der Nahrungsbrei gelangt gröber in den Darm, wo sich vermehrt Gase bilden können. Die Bauchmuskulatur arbeitet nicht mehr optimal, was sich wiederum negativ auf die Rückentätigkeit und die Bewegungsqualität auswirken kann. Gleichzeitig werden Nährstoffe schlechter verwertet. Gewichtsverlust, wiederkehrende Koliken oder unverdaute Futterbestandteile im Kot können die Folge sein.

Teufelskreis aus Zahnproblemen und Verspannungen

Bleiben solche Probleme über längere Zeit bestehen, entsteht häufig ein regelrechter Teufelskreis. Verspannte Muskeln können dazu führen, dass sich das Pferd beim Kauen nicht mehr gleichmäßig bewegt, wodurch sich die Zähne wiederum ungleichmäßig abnutzen. Umgekehrt verursachen Zahnprobleme neue Muskelverspannungen. Pferdezahnarzt und Osteopath beziehungsweise Physiotherapeut sollten deshalb bei solchen Beschwerden Hand in Hand arbeiten.

Eine rechtzeitige Zahnbehandlung beim Pferd verbessert deshalb nicht nur die Futteraufnahme, sondern kann sich auch positiv auf Muskulatur, Bewegungsablauf, Leistungsbereitschaft und Rittigkeit auswirken.

Welche Symptome sprechen für eine Zahnbehandlung beim Pferd?

Nicht jedes Pferd mit Zahnproblemen stellt das Fressen sofort ein. Im Gegenteil: Viele Tiere versuchen, Schmerzen möglichst lange zu kompensieren. Sie kauen dann beispielsweise verstärkt auf einer Seite oder weichen beim Kauen unauffällig aus. Erst wenn die Schmerzen zunehmen, werden die Anzeichen deutlicher. Deshalb lohnt es sich, auch kleine Veränderungen im Verhalten ernst zu nehmen.

Zu den klassischen Hinweisen gehören Schwierigkeiten beim Kauen. Manche Pferde brauchen deutlich länger für ihr Futter, lassen Heu oder Kraftfutter aus dem Maul fallen oder formen sogenannte Futterwickel, die sie später wieder ausspucken. Andere speicheln vermehrt oder sortieren harte Futterbestandteile aus. Auch unverdaute Futterpartikel im Kot können darauf hindeuten, dass das Futter nicht mehr ausreichend zerkleinert wird.

Zahnprobleme wirken sich auf Gewicht, Fell und Rittigkeit aus

Mit der Zeit können sich die Zahnprobleme auch äußerlich bemerkbar machen. Gewichtsverlust, Mundgeruch oder ein stumpfes Fell sind mögliche Folgen. Manche Pferde entwickeln außerdem Schwellungen im Bereich des Ober- oder Unterkiefers.

Nicht selten fallen Zahnprobleme jedoch zuerst unter dem Reiter auf. Pferde nehmen das Gebiss plötzlich schlechter an, schlagen mit dem Kopf, werden maulig oder widersetzlich beim Auf- und Abtrensen. Schwierigkeiten bei der Anlehnung, Probleme beim Hand- oder Galoppwechsel sowie mangelnde Versammlungsbereitschaft können ebenfalls auf Schmerzen im Maul hindeuten.

Pferd schüttelt den Kopf

Ist das Pferd hektischer und gestresster als sonst, schmerzen vielleicht die Zähne. (© www.galoppfoto.de)

Wie läuft eine Zahnbehandlung beim Pferd ab?

Am Anfang jeder Zahnbehandlung steht eine gründliche klinische Untersuchung des Pferdes. Zunächst werden Maul und Gebiss mit den Sinnen beurteilt: Sehen, Fühlen und Riechen stehen im Vordergrund. Anschließend wird geprüft, ob Schneide- und Backenzähne gleichmäßig aufeinanderpassen und sich der Unterkiefer frei bewegen kann. Denn schon kleine Imbalancen können dazu führen, dass sich die Zähne nicht mehr wie vorgesehen abnutzen.

Für eine ausführliche Untersuchung wird das Pferd in der Regel sediert. Nur so lassen sich auch die schwer zugänglichen Backenzähne gründlich kontrollieren. Gerade bei einer Ankaufsuntersuchung reicht ein kurzer Blick ins Maul häufig nicht aus. Wer Gewissheit haben möchte, sollte deshalb ausdrücklich nach einer ausführlichen Untersuchung fragen.

Untersuchung der Zähne eines Pferdes

Bei der Ankaufuntersuchung sollten auch die Zähne sorgfältig überprüft werden. (© www.galoppfoto.de)

Welche Untersuchungsmethoden gibt es für Pferdezähne?

Reicht die Untersuchung mit Auge und Hand nicht aus, können technische Verfahren, wie Endoskopie, Röntgen und Ultraschall hinzukommen. Bleibt die Diagnose dennoch unklar, kann in einer spezialisierten Klinik auch eine Computertomografie notwendig werden. Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Befund ab.

Bei der eigentlichen Korrektur geht es darum, das Gleichgewicht im Pferdemaul wiederherzustellen. Häufig müssen scharfe Kanten oder Zahnspitzen entfernt werden. Sie entstehen vor allem an den seitlichen Bereichen der Backenzähne: im Unterkiefer zur Zunge hin, im Oberkiefer in Richtung Backe. Durch vorsichtiges Raspeln werden diese Spitzen geglättet, damit der Unterkiefer wieder ausreichend hin- und hergleiten und das Pferd alle Bereiche der Kaufläche gleichmäßig nutzen kann.

Zahnbehandlung beim Pferd

Häufigste Behandlung: Haken und Kanten an den Zähnen werden abgeschliffen. (© www.marcruehl.com)

Welche Risiken birgt eine Zahnbehandlung beim Pferd?

Auch Haken oder Rampen können eine Korrektur notwendig machen. Sie bilden sich dort, wo ein Zahn oder ein Teil davon keinen passenden Gegenspieler besitzt und sich deshalb nicht ausreichend abreibt. Besonders schwierig kann die Behandlung des hintersten Unterkieferbackenzahns sein, weil dieser im engen Kieferwinkel nur schwer zu erreichen ist. Dabei ist viel Erfahrung gefragt: Wird vorne zu viel und hinten zu wenig geraspelt, kann ungleichmäßiger Druck entstehen. Im schlimmsten Fall drohen sogar Teilfrakturen eines Zahns.

Eine Zahnbehandlung bedeutet deshalb nicht, die Kauflächen von dem Pferd möglichst glatt oder gerade zu schleifen. Entscheidend ist, die natürliche Kaubewegung zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen. Es sollte stets mit Bedacht korrigiert werden, damit Schneidezähne, Backenzähne und Kiefer anschließend wieder möglichst ausgewogen zusammenarbeiten können.

Welche Zahnprobleme werden bei einer Kontrolle erkannt?

Bei einer gründlichen Zahnuntersuchung geht es nicht nur darum, scharfe Kanten zu raspeln. Der Behandler verschafft sich vielmehr einen Gesamteindruck davon, ob Schneidezähne, Backenzähne und Kiefer harmonisch zusammenarbeiten oder ob Veränderungen vorliegen, die die natürliche Kaubewegung beeinträchtigen.

Gerade bei jungen Pferden richtet sich der Blick außerdem auf den Zahnwechsel. Verzögert sich das Ablösen der Milchkappen, können Schmerzen, Schleimhautverletzungen oder Probleme beim Kauen entstehen. Auch Fehlstellungen der Schneide- und Backenzähne werden bei der Kontrolle frühzeitig erkannt. Sie können dazu führen, dass sich die Zähne im weiteren Verlauf nicht mehr gleichmäßig abnutzen.

Welche Zahnerkrankungen können Pferde entwickeln?

Auch Wolfszähne gehören zu den Befunden, nach denen gezielt gesucht wird. Sie können Probleme verursachen, wenn sie mit dem Gebiss in Kontakt kommen oder unter der Schleimhaut verborgen liegen. Ob sie entfernt werden sollten, hängt immer vom Einzelfall ab. Mit zunehmendem Alter können sich außerdem Veränderungen wie ein Wellen- oder Treppengebiss entwickeln. Solche Fehlstellungen verändern die Druckverteilung im Gebiss und erschweren die gleichmäßige Abnutzung der Zähne. Deshalb ist es besonders wichtig, auch bei älteren Pferden regelmäßige Kontrollen durchführen zu lassen.

Daneben gibt es weitere Zahnerkrankungen wie Parodontose, Karies oder EOTRH. Sie erfordern eine gezielte Diagnostik und Behandlung. Hier gilt vor allem: Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser lässt sich verhindern, dass daraus größere Probleme entstehen.

Wie oft braucht ein Pferd eine Zahnbehandlung?

Wie häufig ein Pferd zur Zahnkontrolle sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind Alter, Gebisszustand und die bisherige Zahngesundheit. Manche Pferde müssen alle drei Monate behandelt werden, andere kommen mit einer Kontrolle alle zwei Jahre aus – vorausgesetzt, die Zähne wurden bereits in jungen Jahren regelmäßig gepflegt. Genau darin sieht Tierärztin Dr. Katharina Ros den entscheidenden Punkt: Wer früh mit regelmäßigen Kontrollen beginnt, schafft die Grundlage für ein langes Leben mit möglichst wenigen Zahnproblemen.

Wann sollten Fohlen erstmals zur Zahnkontrolle?

Bereits bei Fohlen lohnt sich der erste Blick ins Maul. Dabei wird kontrolliert, ob alle Schneidezähne vorhanden sind und ob Fehlstellungen des Kiefers oder ein unvollständig ausgebildeter Gaumen vorliegen. Werden solche Veränderungen früh erkannt, lassen sie sich häufig noch korrigieren.

Warum brauchen Jungpferde häufigere Zahnkontrollen?

Während des Zahnwechsels sollten die Zähne besonders engmaschig kontrolliert werden. Dr. Ros empfiehlt, die Zähne von der Geburt bis zum Alter von viereinhalb Jahren alle sechs Monate untersuchen zu lassen. Diesen Rhythmus sollte man bis etwa zum siebten Lebensjahr beibehalten, da die Zähne in dieser Zeit noch wachsen und vergleichsweise weich sind.

Gleichzeitig müssen sich alle Milchzähne lösen und die bleibenden Zähne ihren Platz finden. Verzögert sich dieser Prozess oder bilden sich scharfe Kanten, können Schmerzen und Kauprobleme entstehen.

Junghengst zeigt seine Zähne

Beim jungen Pferd stehen die Schneidezähne fast noch senkrecht aufeinander. (© Christiane Slawik)

Wie oft sollten erwachsene Pferde zur Zahnkontrolle?

Ab einem Alter von etwa sieben Jahren reicht bei vielen Pferden eine jährliche Kontrolle aus. Dennoch gilt: Der tatsächliche Behandlungsbedarf richtet sich immer nach dem einzelnen Pferd. Manche Tiere entwickeln schneller Zahnkanten oder andere Veränderungen und sollten deshalb häufiger untersucht werden. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen, bevor sie sich auf Futteraufnahme oder Rittigkeit auswirken.

Wie oft brauchen alte Pferde eine Zahnkontrolle?

Mit zunehmendem Alter nehmen Verschleißerscheinungen am Gebiss zu. Die Zähne werden kürzer, Fehlstellungen verstärken sich und fast jedes ältere Pferd entwickelt Kanten oder Haken. Außerdem können Zahnfachentzündungen oder Zahnbrüche häufiger auftreten. Deshalb sollten Senioren grundsätzlich zweimal jährlich untersucht werden.

Gleichzeitig lohnt sich ein genauer Blick auf die Futteraufnahme: Reichen die Schmelzfalten nicht mehr aus, um Raufutter ausreichend zu zerkleinern, können eingeweichte Heu- oder Luzernecobs die Fütterung sinnvoll ergänzen. Ältere Pferde brauchen zudem oft mehr Zeit und Ruhe beim Fressen.

Wer darf Pferdezähne behandeln?

Eine gründliche Zahnbehandlung erfordert nicht nur Erfahrung, sondern auch das nötige Fachwissen und die passende Ausrüstung für das Pferd. Gerade die hinteren Backenzähne sind nur schwer einsehbar. Viele Veränderungen lassen sich deshalb nur erkennen, wenn das Pferd sorgfältig untersucht wird. Ein kurzer Blick ins Maul reicht dafür nicht aus.

Prinzipiell gibt es sowohl Tierärzte als auch spezialisierte Pferdedentalpraktiker, die Zahnbehandlungen durchführen. Allerdings weist Dr. Katharina Ros darauf hin, dass die Berufsbezeichnung „Pferdedentist“ in Deutschland nicht geschützt ist. Theoretisch darf jeder, auch ohne Ausbildung oder Prüfung, Zahnbehandlungen anbieten. Umso wichtiger ist es, auf eine fundierte Qualifikation zu achten.

Woran erkennt man einen guten Pferdezahnbehandler?

Ein Anhaltspunkt können anerkannte Zusatzausbildungen und Prüfungen sein. So vergibt beispielsweise die Internationale Gesellschaft zur Funktionsverbesserung der Pferdezähne (IGFP) nach einer theoretischen und praktischen Prüfung die Bezeichnung „Pferdedentalpraktiker nach IGFP“. Auch die International Association of Equine Dentistry (IAED) zertifiziert entsprechend ausgebildete Spezialisten.

Mindestens genauso wichtig wie die Ausbildung ist jedoch die Erfahrung. Das gilt besonders dann, wenn bei der Untersuchung Auffälligkeiten festgestellt werden oder weiterführende Diagnostik notwendig ist. Dr. Michael Nowak betont, dass ein guter Tierarzt vor allem wissen müsse, wann ein Fall an eine spezialisierte Klinik überwiesen werden sollte.

Auch bei der Behandlung selbst ist Fachwissen entscheidend. Dr. Walter Lewin warnt davor, Zähne unüberlegt oder zu stark zu raspeln. Wird zu viel Zahnsubstanz entfernt, kann ungleichmäßiger Druck entstehen, der im schlimmsten Fall sogar zu Teilfrakturen eines Zahnes führt. Pferdebesitzer sollten sich deshalb an erfahrene Behandler wenden, die das Gebiss als Ganzes beurteilen und jede Korrektur mit Augenmaß durchführen.

Zahnbehandlung bei einem Pferd

Geprüfte Zahn­experten haben umfassende Kenntnisse und die richtige Ausrüstung. (© www.galoppfoto.de)

Eine Zahnbehandlung beim Pferd sorgt für ein schmerzfreies Leben

Ein gesundes Gebiss ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass ein Pferd schmerzfrei kauen, Futter optimal verwerten und sich unter dem Reiter losgelassen bewegen kann. Regelmäßige Zahnkontrollen sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Sie helfen dabei, scharfe Kanten, Fehlstellungen oder andere Veränderungen rechtzeitig zu behandeln, bevor größere Probleme entstehen.

Eine Zahnbehandlung verbessert dabei nicht nur die Futteraufnahme von dem Pferd. Stimmen Kaubewegung und Gebiss wieder, kann sich das positiv auf Muskulatur, Bewegungsablauf und Rittigkeit auswirken. Ein gesundes Pferdemaul bildet die Grundlage dafür, dass ein Pferd entspannt kauen, sich losgelassen bewegen und seine Leistung schmerzfrei entfalten kann.

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