Entscheidend ist weniger, wie der Zügel angenommen wird, sondern in welchem Moment er nachgibt.
Westernreiter sind bequem. Verständlich: Wer zehn Stunden und mehr im Sattel sitzt und dabei auch noch mit Rindern arbeitet, will nicht jeden Schritt aus einem Pferd heraustreiben und es mit permanenter Anlehnung reiten. Deshalb entwickelte sich im Westernreiten eine besondere Art der Hilfengebung: die Signalreitweise. Möchte ein Westernreiter sein Pferd zum Beispiel antraben, gibt er ein Mal das entsprechende Signal mit den Schenkeln.
Aber er treibt dann sein Pferd nicht bei jedem Tritt wieder an. Erst, wenn es von sich aus zurück in den Schritt fällt, gibt er ein erneutes Signal. Entscheidend für alle Hilfen ist das richtige Timing. Jedes Signal muss im Rhythmus der Bewegung gegeben und vor allem im richtigen Moment wieder weggenommen werden. Durch das Wegnehmen der Hilfe in dem Moment, in dem das Pferd einen Schritt in die richtige Richtung macht, sagt man „Danke“, und das Pferd lernt, wie gewünscht zu reagieren.
Wie viel Druck braucht ein Pferd wirklich?
Es ist die natürliche Reaktion des Pferdes, jede Art von Druck spontan mit Gegendruck zu beantworten. Wenn man zu lange Druck ausübt, stumpft es ab. Ganz wichtig ist auch das Gefühl für die angemessene Stärke einer Hilfe. Gibt man das Signal zu schwach, reagiert das Pferd nicht. Wirkt man zu stark ein, stumpft es ab oder bekommt sogar Angst vor der Hilfe.
Der Westernreiter hat dafür die Drei-Stufen-Methode: In der ersten Stufe wird die Hilfe leicht gegeben. Reagiert das Pferd nicht, gibt er die Hilfe deutlicher. Reagiert das Pferd immer noch nicht, setzt man konsequent die Hilfe durch. Das funktioniert natürlich nur bei einem bereits ausgebildeten Pferd, bei dem man davon ausgehen kann, dass es die Hilfe schon verstanden hat. Auch außerhalb des Westernreitens kann dieses klare System helfen, Hilfen nachvollziehbar und fair zu gestalten.

Eine Basisübung: Der innere Zügel wird diagonal Richtung äußere Schulter geführt, der innere Schenkel gibt Impulse, bis die Hinterhand weicht. (© Ilja v. d. Kasteele)
Warum ist Timing im Westernreiten wichtiger als Zügelanzug?
Entscheidend ist weniger, wie der Reiter den Zügel annimmt, sondern viel wichtiger ist, in welchem Moment er nachgibt. Dieser Moment des Nachgebens ist nämlich der Moment, in dem das Pferd seine Belohnung erhält und lernt. Das Wegnehmen der Hilfe im richtigen Moment ist in jeder Disziplin der eigentliche Schlüssel zur feinen Kommunikation. Wenn das Pferd gegen den Druck geht, hat das häufig diesen Grund: Es hat nicht verstanden, was es tun soll.
„Wenn das Pferd falsch auf deine Frage (Hilfe) reagiert, hast du die Frage falsch gestellt oder die falsche Frage gestellt“, sagt der Westernexperte Bill Dorrance. Für das Lernen ist es von größter Bedeutung, jeden noch so kleinen Fortschritt in die richtige Richtung zu belohnen. Man nennt es „Finding the Try“. Das Lernen in kleinen Schritten ist immens wichtig.
Häufig verlangt der Reiter zu viel, und das Pferd kann ihn dann nicht verstehen. Ein Pferd, das nur aus Angst nachgibt, ist niemals ein zuverlässiges und zufriedenes Pferd. Es wird gehorchen oder nachgeben, weil es das muss, aber nicht, weil es das will. Dieser feine Unterschied ist entscheidend. Gewalt fängt immer da an, wo Können aufhört. „Pferde vergessen nichts, aber sie vergeben uns“.
Nachgiebigkeit als Ausbildungsgrundlage
Daher beginnt die Erziehung des Pferdes zur Nachgiebigkeit schon im Fohlenalter. Wenn ein Fohlen zum ersten Mal ein Halfter angelegt bekommt, wird es sich mit aller Kraft gegen den Druck von Halfter und Führstrick wehren. Schon in diesem Moment muss es lernen, dass es keine Angst haben muss und dass Nachgeben die bessere Lösung ist und belohnt wird.
Daher ist eine gute Vorbereitung des Pferdes am Boden wichtig, damit man ein williges Reitpferd bekommt. Hier lernt es, dem Druck des Halfters, den Signalen des Führstricks oder der Gerte willig zu folgen. Zu dieser Grundausbildung gehört die Arbeit an der Hand, das Longieren, das Anbinden, das Verladen, die Arbeit an verschiedenen Bodenhindernissen. All diese Ausbildungsschritte bringen dem Pferd zwei grundlegende Dinge bei:
- Nachgeben ist immer die bessere Lösung und wird belohnt.
- Dem Menschen zuhören und kooperieren werden belohnt.
Diese Grundlagen sind für jede weitere Ausbildung – unabhängig von der späteren Disziplin – unverzichtbar.
Westernreiten als Schule der Nachgiebigkeit
Wenn das Pferd angeritten wird, muss es als Erstes lernen, nachgiebig auf den Zügel zu sein, damit man das Pferd anhalten und lenken kann. Auch hier ist die Vorbereitung am Boden wesentlich. Erst muss das Pferd lernen, auf einen Zügel hin nach links und rechts nachzugeben (laterale Stellung), und im nächsten Schritt lernt es dann, auf beide Zügel hin im Genick nachzugeben (vertikale Stellung).
Im nächsten Schritt lernt es, auf den Druck beider Zügel hin rückwärts zu treten. Das Rückwärtsrichten ist wesentlich für die Kontrolle der Nachgiebigkeit. Auch im klassischen Reiten bildet diese Form der Nachgiebigkeit die Grundlage für Durchlässigkeit und feine Hilfengebung.
Sitz, Gewicht und präzise Hilfengebung
Möglich ist eine effektive Hilfengebung erst durch einen ausbalancierten und geschmeidigen Sitz des Reiters. Hier muss gleich mit einem Mythos aufgeräumt werden: Der Westernreiter sitzt nicht mit weit vorgestreckten Beinen und nach hinten gekipptem Oberkörper wie auf einem Chopper. Vielmehr bilden von der Seite gesehen Ohr, Schulter und Hüfte eine senkrechte Linie, der Absatz liegt minimal vor dieser Linie.
Diese Ausrichtung ist nicht speziell Western, sondern biomechanisch sinnvoll für jeden Reiter. Von hinten gesehen liegen Kopf, Rücken und Hüfte ebenfalls auf einer Senkrechten. Um die Bewegungen des Pferdes mitgehen und wohldosierte Hilfen geben zu können, sitzt der Reiter tief im Sattel ein. Die Bügellänge darf dabei nicht zu lang sein, weil man sonst nicht mehr im Absatz federn kann.

Korrekter Sitz: Ohr, Schulter und Hüfte liegen auf einer Linie, der Absatz leicht davor. (© Ilja v. d. Kasteele)
Gewichtshilfen im Westernreiten: Schlüssel zu Tragkraft und Balance
Bei der belastenden Gewichtshilfe sitzt der Reiter tief im Sattel ein und belastet beide Gesäßknochen. Um das Tempo des Pferdes zu verlangsamen oder es zu stoppen, wird das Becken nach hinten abgekippt, und der Reiter sitzt auf den Gesäßtaschen seiner Jeans. Dadurch wird das Pferd veranlasst, mit der Hinterhand deutlich unter seinen Schwerpunkt zu treten.
Genau dieses Untertreten der Hinterhand ist in jeder Reitweise Voraussetzung für Tragkraft und Balance. Die entlastende Gewichtshilfe dient der Tempobeschleunigung und Entlastung des Pferderückens. Der Reiter gibt mehr Druck auf die Bügel und macht dem Pferd den Rücken frei. Die einseitig belastende Gewichtshilfe braucht man in Wendungen und Seitwärtsbewegungen, bei der ein Gesäßknochen vermehrt belastet wird.
Kraft, Balance und Geraderichten
Die Westernausbildungsskala ist als Kreis dargestellt, weil alle ihre Elemente einander bedingen. So sollten die einzelnen Punkte der Ausbildungsskala in jeder einzelnen Trainingseinheit und genauso bei der gesamten Ausbildung des Westernpferdes berücksichtigt werden. Der Reiter muss zu Beginn einer Trainingsstunde darauf achten, dass sein Pferd taktrein geht und sich löst. Also geschmeidig und losgelassen in allen Grundgangarten vorwärts geht. Bei der lösenden Arbeit kann er auch gleich damit beginnen, die Nachgiebigkeit auf die Hilfen abzufragen, das heißt, er lässt das Pferd in Kopf und Hals nachgeben und überprüft den Gehorsam gegenüber den Schenkelhilfen.
Der nächste Schritt besteht nun in der Aktivierung der Hinterhand. Damit das Pferd den Reiter mit einem losgelassenen Rücken tragen kann, muss seine Hinterhand gekräftigt werden. Das ist ein Prozess, der sich über Jahre hinzieht. Das junge Pferd hat zunächst wenig Kraft, und seine Muskeln und Gelenke müssen erst an die Belastung durch das Reitergewicht angepasst werden. Die Vorhand ist beim Pferd als Stütze angelegt, und Schubkraft entwickelt das Pferd aus der Hinterhand. Die Hinterhand des Pferdes ist der „Motor“ der Bewegung.
Warum sind Übergänge im Westernreiten so wirkungsvoll?
Die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung der Schubkraft der Hinterhand sind die treibenden Hilfen. Das Pferd muss lernen, energisch vorwärts zu gehen, wenn der Reiter den Schenkel einsetzt. Es muss gehorsam antraben und angaloppieren und auch innerhalb dieser Gangarten in verschiedenen Tempi zu reiten sein. Das Reiten von vielen Übergängen, bei denen das Pferd immer energisch und gelassen antritt, ist ein wesentlicher Bestandteil des Trainings.
Übergänge gehören in jeder Disziplin zu den effektivsten Übungen für Kraft, Balance und Aufmerksamkeit. Damit ein Pferd losgelassen und balanciert langsam gehen kann, muss es zunächst vorwärts gehen und seine Kraft entwickeln können. Vorwärtsreiten bedeutet nicht Vorwärtsjagen. Das Pferd soll fleißig und zufrieden in einem ihm angemessenen Tempo vorwärts gehen. Diese Differenzierung ist für jede Form von Ausbildung entscheidend.
Warum ist Geländereiten so wertvoll?
Gerade das Geländereiten, bei dem man lange Trab- und Galoppstrecken einbauen kann, ist sehr sinnvoll. Denn das hilft dem Pferd, sein Tempo zu finden und sich loszulassen, dabei wird gleichzeitig seine Kraft gut trainiert. Stangenarbeit und das Klettern im Gelände sind ebenfalls ein gutes Training für die Muskulatur der Hinterhand.
Wenn ein Jungpferd plötzlich etwas schneller wird, weil es seine Balance verliert, sollte der Reiter gelassen bleiben. Gerade bei Pferden, die ihre Balance noch nicht gefunden haben, ist es wichtig, dass der Reiter ihnen Zeit gibt, diese zu finden. Wenn er gleich eingreift und versucht, ihnen mit dem Zügel zu helfen, wird das Pferd es noch schwerer haben, sich auszubalancieren.
Wie entsteht Balance im Westernreiten?
Es ist nicht möglich, ein Pferd am Zügel auszubalancieren. Unabhängig von der Reitweise entsteht Balance aus Losgelassenheit und Kraft – nicht aus Zügeldruck. Je weniger der Reiter das Pferd stört, umso besser wird das Pferd seine eigene Balance auch in schwierigem Gelände finden.
Jedes Pferd wird mit einer natürlichen Schiefe geboren, außerdem ist seine Vorhand schmaler als die Hinterhand. Damit es seine Kraft jedoch voll entwickeln kann, muss es möglichst gerade gerichtet sein, das heißt, die Spur der Hinterhand muss der Spur der Vorhand folgen. Nur dann kann das Hinterbein aktiv werden und Schubkraft oder später Tragkraft entwickeln. Man richtet ein Pferd gerade, indem man es biegt. Geraderichten ist in jeder Reitweise Voraussetzung für langfristige Gesunderhaltung.
Der lose Zügel – Missverständnis oder Ausbildungsziel?
Das Kind hat einen anderen Namen, aber auch im Westernreiten spielt Anlehnung eine wichtige Rolle. Nachgiebigkeit heißt hier der dritte Punkt der Ausbildungsskala, neben Takt, Losgelassenheit, Aktivierung der Hinterhand, Geraderichten und absoluter Durchlässigkeit. „Nachgiebigkeit beschreibt das weiche Nachgeben des Pferdes in Genick und Hals“, erklärt Westerntrainerin Andrea Wichmann. „Mit stetiger Übung passiert aber auch Folgendes: Die Hinterhand tritt weiter unter den Schwerpunkt, nimmt Last auf, der Hals wölbt sich auf, der Rücken schwingt.“
Natürlich gehört der „light rein“, der lose Zügel, zum Westernreiten dazu. Doch sieht man im Westernbereich immer wieder Pferde, die beständig mit sehr langen Zügeln geritten werden, auf die Vorhand kommen und den Kopf manchmal nur wenige Zentimeter über dem Boden tragen. Die Stirn-Nasenlinie zeigt von vor bis deutlich hinter der Senkrechten alle Stufen. „Ich sehe darin eine Modeerscheinung“, kritisiert Andrea Wichmann.
Warum Übergänge nicht nur beim Westernreiten wichtig sind
„Klar ist, dass man mit so langen Zügeln nicht reell reiten kann.“ Ganz wichtig: Die Stirn-Nasenlinie ist vor der Senkrechten und das Genick der höchste Punkt. Nur so kann die Hinterhand frei vorschwingen, das Pferd den Rücken aufwölben und seine Schulter anheben – die Voraussetzung, um die Last von der Vorhand zu nehmen. Nie darf der Pferdekopf in eine bestimmte Position gezogen oder ausgebunden werden. Die Zügelhilfen dürfen nie rückwärts wirken.
Übergänge sind ein Schlüssel zum Erfolg. Probieren Sie diese Abfolgen aus:
- Schritt – Trab – Schritt – Halt – Rückwärts – Trab
- Trab – Galopp – Trab – Halt – Rückwärts – Angaloppieren
Gerade durch Antraben und Angaloppieren aus dem Rückwärts setzt man das Pferd mehr auf die Hinterhand. Diese Übungsabfolgen eignen sich für jedes Reitpferd – unabhängig von Disziplin oder Ausrüstung.
Trail und Präzision als Trainingsimpuls
Der Trail erfordert ein präzises Zusammenspiel von Reiter und Pferd. Ein gutes Trail-Pferd lässt sich vom Reiter punktgenau dirigieren, es vertraut ihm und folgt seinen Hilfen willig. Dennoch sollte es auch mitdenken und sich zum Beispiel Distanzen zwischen Stangen einteilen, genau hinschauen und die Hindernisse selbst mit einschätzen. Man beginnt damit, geradeaus über die Stangen zu reiten. Um das Pferd an die Arbeit zu gewöhnen, reitet man zunächst im Schritt über eine, zwei und schließlich vier Stangen.
Im Schritt sollte der Abstand zwischen den Stangen circa 60 Zentimeter betragen, im Trab circa einen Meter und im Galopp circa zwei Meter. Stangenarbeit hilft dem Pferd sehr, sich zu lösen und taktrein mit schwingendem Rücken zu gehen. Daher ist sie sehr sinnvoll für die Ausbildung eines jeden Pferdes. Man reitet das Pferd so lange immer wieder über die Stangen, bis es fehlerfrei darübergekommen ist. Dann erhält es eine Pause. Wie immer im Training ist es wichtig, sich mit kleinen Fortschritten zufriedenzugeben und früh genug mit dem Training aufzuhören.
Westernreiten als Präzisionsschule für Pferd und Reiter
Ein gutes Einsteigerhindernis ist das Stangen-L. Zu Beginn reitet man vorwärts hindurch – langsam und gerade in das L einreiten, anhalten. Dann Schritt für Schritt um die Kurve reiten, anhalten und ausreiten. Wenn das Pferd über eine Stange tritt, reitet man aus dem Hindernis und beginnt von vorne. Der Reiter muss genau spüren, wo die Beine seines Pferdes hintreten. Diese Präzision schult das Gefühl des Reiters in jeder Disziplin. Außerdem muss das Pferd willig und flüssig rückwärts gehen lernen, und zwar geradeaus und auch auf einer gebogenen Linie.
Ein weiteres sehr wichtiges Hindernis ist das Trail-Tor. Es zeigt hervorragend, ob Pferd und Reiter eine Einheit bilden. Diese Form der präzisen Kommunikation ist unabhängig von der Reitweise erstrebenswert. Auch am Tor muss das Pferd exakt seitwärts, rückwärts und vorwärts gehen können. Wir lassen die Pferde lange neben dem Tor stehen und loben sie vor und nach dem Durchreiten, so dass sie lernen zu warten und wegen der Pause gerne an das Tor herangehen.
Gelassenheit im Alltag trainieren
Westernpferde sind berühmt für ihre Gelassenheit. Bereits in der Grundausbildung legen die Ausbilder sehr großen Wert darauf, dass ihre Pferde auf fremde Gegenstände, Situationen und Geräusche – wenn überhaupt – mit Neugier reagieren. Sie können dem Fluchttier Pferd seine Angst nicht nehmen, aber ihm beibringen, damit anders umzugehen.
Halten Sie den etwa fünf Meter langen Führstrick in der linken Hand und in der rechten eine Plastiktüte. Gehen Sie auf Höhe der Pferdeschulter und berühren Sie Ihr Pferd rhythmisch damit. Weicht es anfangs aus, erlauben Sie ihm die Bewegung, bleiben aber auf Schulterhöhe. Hören Sie nicht eher auf, rhythmisch zu klopfen, bis es entspannt stehen bleibt. Gelassenheit ist keine Frage der Disziplin, sondern eine Frage der Ausbildung. Versuchen Sie zum Beispiel, die Hallentür vom Sattel aus zu öffnen. Dabei müssen Sie Ihr Pferd vor- und rückwärts treten lassen und auch seine Hinter- und Vorhand kontrollieren können.
Darum ist Westernreiten mehr als lose Zügel und Hut
Westernreiten wird oft über äußere Merkmale definiert: Sattel, Hut, lose Zügel. Doch hinter diesem Bild steht eine klar strukturierte Ausbildungslogik. Nachgiebigkeit, korrekt dosierte Hilfen, Aktivierung der Hinterhand, Übergänge, Geraderichten und präzise Kommunikation bilden das Fundament. Entscheidend ist nicht die Ausrüstung, sondern das Verständnis dafür, wie Pferde lernen und wie Balance entsteht.
Wer genauer hinsieht, erkennt: Viele Trainingsprinzipien des Westernreitens sind universell. Sie erinnern daran, dass Kraft vor Haltung kommt, dass Balance nicht am Zügel entsteht und dass feine Hilfen nur dann möglich sind, wenn das Pferd versteht. Damit ist Westernreiten nicht nur eine Disziplin – sondern eine Perspektive auf Ausbildung.
Weitere typische Disziplinen und Begriffe
- Aids: Im Westernreiten werden Hilfen differenziert benannt:
Leg Aids (Schenkelhilfen), Rein Aids (Zügelhilfen), Weight Aids (Gewichtshilfen) und Vocal Aids (Stimmhilfen). - Back: Verbales Kommando für das Rückwärtsrichten.
- Dwell Time: Bewusste Ruhephase nach einer Lektion. Das Pferd soll stillstehen, verarbeiten und mental zur Ruhe kommen, bevor die nächste Aufgabe beginnt.
- Cutting: Turnierdisziplin, bei der ein Rind aus der Herde herausgetrieben und am Zurücklaufen gehindert wird
- Reining, die „Westerndressur“: Präzise Manöver wie Spins, Stops und Zirkel demonstrieren Kontrolle, Durchlässigkeit und Balance.
- Jog: Der weiche, flache Trab im Westernreiten
- Lope: Der ruhige, dreitaktige Galopp
- Neck Reining: Einhändige Zügelführung, bei der der äußere Zügel am Hals anliegt und Richtungsänderungen signalisiert
- EWU: Erste Westernreiter Union Deutschland e.V., Verband im deutschen Westernreitsport


