Mira Müller-Steinmann hat auf ihrem Account miraams 182.000 Follower.
Mira Müller-Steinmann und Laura Goetsch berichten Hooforia, wie sie Reichweite einordnen und Verantwortung auf Social Media für sich definieren.
Mira Müller-Steinmann – zwischen Reichweite und Haltung
Mira Müller-Steinmann (@miraams, 182.000 Follower) ist Turnierreiterin, bildet junge Pferde aus und betreibt einen eigenen Stall. Zu Skandalen äußert sie sich auf Social Media selten. „Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, Skandale primär über meine Social-Media-Kanäle zu kommentieren. Diese Plattformen begünstigen oft schnelle, zugespitzte Reaktionen. Mir ist wichtig, Themen differenziert und mit Kontext zu behandeln – dafür eignen sich andere Formate, wie beispielsweise mein Podcast, besser.“
Mit wachsender Reichweite sei ihr klarer geworden, dass nicht jede öffentliche Debatte automatisch der richtige Ort für ihre Stimme sei. Auch Nicht-Äußerung sende Signale. „Deshalb ist mir wichtig, dass meine Inhalte insgesamt eine klare Wertebasis haben, die meinen Standpunkt verkörpern.“ Erwartungsdruck aus der Community spüre sie durchaus, „gerade bei angespannten Themen. Ich entscheide mich aber bewusst dagegen, aus einer Erwartungshaltung heraus zu sprechen.“
Reitsport-Influencer und ihre Wirkung
Influencer prägten Bilder davon, was im Reitsport als normal gelte – oft unbewusst. „Diese Wirkung halte ich für mindestens genauso relevant wie offene Meinungsäußerungen.“ Zu komplexen Themen äußere sie sich nur, wenn sie diese fachlich sicher einordnen könne. Ihre Leitfrage vor dem Posten lautet:
Warum teile ich ein Thema? Weil es wichtig ist – oder weil es polarisiert?
Laura Goetsch – Beobachterin und Vorbild
Ca. 26.000 Follower, Mitarbeiterin der Firma Stübben und Partnerin des Vielseitigkeitsreiters Pietro Grandis, beschreibt ihre Rolle in sozialen Medien als mehrschichtig. „Ich bin Beobachter, da ich ja selbst sehr viel auf Turnieren, aber auch online unterwegs bin. Ich bin Vorbild, weil mir Menschen folgen, die ich womöglich auch beeinflussen kann. Meinungsbildnerin bin ich auch, denn ich teile meine Meinung unabhängig davon, ob sie der Allgemeinheit entspricht.“
Ihr sei bewusst, dass ihre persönliche Meinung immer auch öffentliche Verantwortung mit sich bringe, sobald sie etwas teile. Ihre Motivation sei die Liebe zu Pferden und zum Sport. Öffentliche Skandalisierung empfinde sie deshalb als problematisch. „Es macht mich unglaublich traurig, wenn es dann heißt, der gesamte Profisport sei so, denn so ist er definitiv nicht.“ Noch ausführlicher haben wir darüber mit ihr in einem Interview gesprochen.
Reitsport-Influencer – wo liegt die Grenze der Meinung?
Kritik hält sie dann für notwendig, wenn klar gegen das Pferdewohl verstoßen wird. „Öffentlicher Druck darf und muss in solchen Fällen unangenehm sein.“ Gleichzeitig warnt sie vor vorschnellen Urteilen, denn „nicht jedes Bild erzählt die ganze Geschichte“. Für sie liegt die Grenze dort, wo Meinung zur Vorverurteilung wird. „Aufklärung bedeutet Einordnung und Recherche, nicht das Teilen aus dem Zusammenhang gerissener Inhalte.“ Ihre Kontrollfrage vor jedem Post:
Würde ich das genauso auf einer Bühne vor einem echten Publikum sagen?
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