Verfolgt das Ziel, kopfklare Reitpferde zu züchten: Patrick Thomalla. HOOFORIA hat bei den Bundeschampionaten in Warendorf mit hm gesprochen. © Melissa Tielesch

Verfolgt das Ziel, kopfklare Reitpferde zu züchten: Patrick Thomalla. HOOFORIA hat bei den Bundeschampionaten in Warendorf mit hm gesprochen.

Er mimt die Dragqueen, quatscht „Frei Schnauze“ in die Kamera und hat meistens einen flotten Spruch auf den Lippen. Influencer Patrick Thomalla begeistert auf Instagram mehr als eine halbe Millionen Follower. Aber er kann mehr als Comedy, Ponyhof und Musik, denn er reitet selbst und züchtet auch Pferde. Bei den Bundeschampionaten in Warendorf haben wir deshalb mit ihm gesprochen, um zu fragen, was für ihn wichtig ist, wenn er sich hier umschaut und die jungen Pferde beobachtet. Besonders überzeugt hat ihn ein vierjähriger Hengst, den er selbst vor einiger Zeit schon geritten hatte. „Das war ein losgelassenes, lockeres Pferd, was stabil ist und was ich bedienen konnte“, sagt Thomalla lachend und fügt hinzu:. „Und ich bin ja kein Profi.“

Moderne Pferde: „Wie ein Ferrari“

Pferde seien heute häufig komfortabler zu reiten als noch vor zehn oder 15 Jahren, wie er aus eigener Erfahrung berichten kann. Das habe aber auch eine Kehrseite. „Es ist bequem – aber schwierig.“ Gerade moderne Pferde mit viel Bewegung müsse man in jungen Jahren teilweise vor sich selbst schützen. Thomalla zitiert dazu ein Gespräch mit einem Klinik-Tierarzt: „Solche Pferde sind wie ein Ferrari – aber sie müssen erstmal halten.“ Für ihn macht das eine solide Ausbildung umso wichtiger. Auch bei den Bundeschampionaten schaut Thomalla inzwischen anders hin. „Ich lasse mich nicht mehr so beeindrucken von spektakulären Bewegungen wie früher.“ Wichtiger sei ihm, ob sich ein Pferd locker durch den Körper bewege, stabil wirke und langfristig ausbildungsfähig sei. Die Frage lautet für ihn also weniger: Wie beeindruckend sieht ein junges Pferd heute aus? Sondern: Was kann daraus später für ein Reitpferd werden?

Amateurtauglich, komfortabel, haltbar

Wenn Thomalla heute ein Pferd für die nächste Reitergeneration züchten würde, nennt er drei Eigenschaften als Wunsch: „Wichtig ist, dass es amateurtauglich ist, dass der Sitzkomfort irgendwie erhalten bleibt und dass es haltbar ist.“ Damit verbindet er zwei Ansprüche, die in der modernen Zucht oft gegeneinander ausgespielt werden: sportliches Potenzial und Alltagstauglichkeit. Für Thomalla muss sich beides jedoch gar nicht ausschließen. Ein Pferd könne Perspektive für den Sport haben und trotzdem so kopfklar und unkompliziert sein, dass auch ein Amateur damit zurechtkomme.

Warum Patrick Thomalla anders züchtet

Auch bei seinen eigenen Anpaarungen haben sich die Prioritäten verändert, wie er im Gespräch mit HOOFORIA verrät. Früher habe er sich häufiger von jungen Hengsten beeindrucken lassen, die gerade von der Körung kamen. Heute setzt er lieber auf Hengste, von denen bereits Nachkommen unter dem Sattel zu sehen sind. Denn sein Ziel habe sich verschoben. „Ich möchte ein Reitpferd verkaufen und für dieses möglichst ein Für-immer-Zuhause finden.“ Nicht das spektakulärste Fohlen zählt für ihn also am meisten, sondern das Pferd, das später gut zu reiten ist, gesund bleibt – und langfristig zu seinem Menschen passt.

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