Mehr oder weniger echt aussehend: Für unseren Beitrag haben wir die spektakuläre Idee mit Pferden auf Yachten selbst mit KI visualisieren lassen. © KI-generiert

Mehr oder weniger echt aussehend: Für unseren Beitrag haben wir die spektakuläre Idee mit Pferden auf Yachten selbst mit KI visualisieren lassen.

Mehrere Luxusyachten gleiten übers Wasser. Im Hintergrund die Küste von Monaco. Auf den Decks räkeln sich perfekt gekleidete Models. Und beiläufig stehen ganz entspannt auch noch ein paar Pferde dabei, lassen sich riesige Hermès-Segel über den Kopf wehen, alles wirkt elegant, teuer und ziemlich perfekt inszeniert.

Luxus-Kampagne mit Pferden

Und ja, man muss zugeben: Es sieht schon ziemlich beeindruckend aus. Das normale Reitervolk fragt sich, wie es möglich sein kann, dem eigenen Pferd das Besteigen eines Bootes beizubringen, wenn doch schon der heimische Anhänger Panik auslöst und jedes Verladen anderthalb Stunden dauert. Vielleicht fragt es sich ebenfalls, wie groß das Marketingbudget eigentlich gewesen sein muss. Denn der Clip, der derzeit in den sozialen Medien kursiert, wirkt auf den ersten Blick wie eine maximal aufwendig produzierte Luxus-Kampagne. Nur: Hermès hat diese Kampagne offenbar nie gemacht.

Pferde-Flotte von Hermès?

Hinter den Bildern steckt das CGI-Studio Vertex. Wie HOOFORIA durch Mailkontakt mit Hermès weiß, hat die Firma diese Produktion nicht beauftragt, begleitet oder veröffentlicht. Die Pferde-Flotte ist also keine echte Kampagne der französischen Luxusmarke, sondern eine digitale Inszenierung. Und damit gibt es wohl bislang auch keine Pferde, die tatsächlich auf einer Yacht vor Monaco standen. Was vielleicht ganz beruhigend ist. Oder hätten Sie eine Idee, wie sich Exemplar „Anhängerfahren – nicht mit mir!“ beim Boarding auf eine Segelyacht verhalten würde?

Ganz nah dran – und trotzdem nicht echt: Auch dieses Pferde-Motiv entstand mithilfe künstlicher Intelligenz.

Luxus auf hoher See? Dieses Motiv mit Pferden auf Yachten vor der Küste Monacos wurde für unseren HOOFORIA-Beitrag mithilfe von KI erstellt.

Hermès und Pferde gehören zusammen

Dass man den Clip so schnell für echt halten kann, kommt allerdings nicht von ungefähr. Hermès und Pferde gehören tatsächlich eng zusammen. Das Unternehmen wurde 1837 von Thierry Hermès gegründet und begann mit hochwertigen Geschirren und Ausrüstung für Pferde. Bis heute spielt der Reitsport eine wichtige Rolle in der Markenwelt des französischen Luxusunternehmens. Ein Pferd in einer Hermès-Kampagne ist also erstmal absolut plausibel.

Ein Pferd auf einer Luxusyacht vor Monaco? Offenbar plausibel genug, sodass man zumindest kurz nicht weiterfragt. In den Kommentaren des Instagram-Posts spiegelt sich genau das auch wider. Einige zeigen sich begeistert von dieser kreativen Werbe-Idee – viele andere verweisen sofort darauf, dass sie Szenen nicht echt sein können.

Pferde als Luxus-Symbol

Aber Pferde als Objekt für Werbefilme zu nutzen, ist keine neue Idee. Immer wieder tauchen sie für Mode-, Auto- und Luxusmarken auf. Der Grund liegt auf der Hand: Sie stehen für Kraft, Eleganz, Freiheit, Tradition und Exklusivität – Eigenschaften, die sich im Marketing hervorragend verkaufen lassen. Warum Pferde gerade in der Werbung so beliebt sind, haben wir bei HOOFORIA schon einmal genauer beleuchtet: Warum Pferde immer häufiger in der Werbung eingesetzt werden.

Der vermeintliche Hermès-Clip liefert dazu fast unfreiwillig ein ziemlich gutes Beispiel. Schon die Kombination aus Pferd, Monaco und einer bekannten Luxusmarke reicht offenbar aus, damit unser Kopf den Rest der Geschichte selbst ergänzt.

Ganz nah dran – und trotzdem nicht echt: Auch dieses Pferde-Motiv entstand mithilfe künstlicher Intelligenz.

Ganz nah dran – und trotzdem nicht echt: Auch dieses Pferde-Motiv auf hoher See entstand mithilfe künstlicher Intelligenz.

KI-generierte Inhalte: Zweiter Blick lohnt sich

Darin steckt aber eben auch eine zweite Wahrheit. KI-generierte und computergenerierte Inhalte werden immer realistischer. Eigentlich wissen wir das ja auch alle. Logos, bekannte Markenwelten und professionell inszenierte Bilder lassen etwas schnell authentisch wirken, auch wenn es nie stattgefunden hat. Der Clip ist damit nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch eine kleine Erinnerung daran, dass sich in sozialen Netzwerken inzwischen manches erst auf den zweiten Blick erkennen lässt. Wir haben es also auch mal selbst versucht und die Bilder dieses Beitrags über eine KI generieren lassen. Nicht ganz so gut, wie das Original, das ja ebenfalls kein Original ist, aber durchaus bildstark, oder nicht? Denn eines muss man den Macherinnen und Machern allerdings lassen: Die Idee mit den Pferden auf den Yachten? Die hätte Hermès eigentlich selbst haben können.

 

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